EU setzt Zollversprechen an Trump um

01.07.2026 00:05

Werden bestimmte US-Produkte für Verbraucher in der EU künftig
deutlich günstiger? Das wird sich ab heute zeigen.

Brüssel (dpa) - Industriegüter und Hummer aus den USA dürfen von
heute an zollfrei in die EU eingeführt werden. Für bestimmte
landwirtschaftliche Erzeugnisse und Meeresprodukte aus den
Vereinigten Staaten gelten zudem ermäßigte Zölle oder
Zollkontingent-Regeln für einen besseren Marktzugang.

Mit den Neuregelungen erfüllt die EU die Vereinbarungen aus dem im
vergangenen Jahr geschlossenen Zolldeal mit US-Präsident Donald
Trump. Europäische Konsumenten werden nach Angaben der EU-Kommission
von einem besseren Zugang zu Importen aus den USA profitieren und
auch Preisvorteile haben. 

Mit dem Zolldeal war es der EU gelungen, einen drohenden Handelskrieg
mit den USA abzuwenden. Gleichzeitig musste die Staatengemeinschaft
aber US-Zölle in Höhe von bis zu 15 Prozent auf die meisten
Warenexporte in die Vereinigten Staaten akzeptieren und weitere
Zugeständnisse wie die Abschaffung von EU-Zöllen auf
US-Industriegüter machen.

Sicherheitsnetz soll USA zu Einhaltung von Deal bewegen

Für den Fall, dass die USA ihre Zusagen nicht vollständig umsetzen,
wurden die Regeln für die Handelserleichterungen für die USA an ein
Sicherheitsnetz geknüpft. Es sieht vor, dass die
EU-Zollzugeständnisse bei Verstößen der USA gegen Absprachen wieder
ausgesetzt werden können.

Darüber hinaus ist unter anderem der 31. Dezember 2029 als festes
Ablaufdatum vorgesehen. Bis zum 30. Juni 2029 muss die EU-Kommission
umfassend bewerten, welche Folgen die Änderungen hatten. Sie kann
dann auch vorschlagen, die Zollzugeständnisse zu verlängern.

Trump-Frist wäre am 4. Juli geendet

Trump hatte zuletzt den US-Nationalfeiertag am 4. Juli als Frist für
die Umsetzung der Handelsvereinbarung genannt. Sollte die EU nicht
bis dahin ihren Teil des Abkommens erfüllen, würden die Zölle «leid
er
sofort auf ein viel höheres Niveau steigen», drohte er.

Verzögerungen bei der Umsetzung der EU-Zusagen waren von der EU zuvor
mit von Trump provozierten Streitigkeiten und Konflikten erklärt
worden. So lagen die Arbeiten in Brüssel zwischenzeitlich wochenlang
auf Eis, weil Trump im Grönland-Konflikt zwischenzeitlich neue Zölle
gegen EU-Staaten angekündigt hatte.