Selenskyj will Nord-Stream-Anklage nicht kommentieren

01.07.2026 19:33

Wer steckte hinter den Sabotageakten gegen die Gaspipelines Nord
Stream 1 und 2? In Deutschland gibt es jetzt eine erste Anklage -
gegen einen Ukrainer.

Dublin (dpa) - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die
Anklageerhebung gegen einen mutmaßlichen Drahtzieher der
Nord-Stream-Anschläge vorerst nicht kommentieren. Er kenne noch nicht
alle Details, sagte er am Abend am Rande eines Besuchs in Irland in
einer Pressekonferenz. Er denke, dass sich die zuständigen Behörden
aus Deutschland und der Ukraine nun in Verbindung setzten. «Wenn wir
mehr Details erhalten, dann können wir sicherlich reagieren», sagte
Selenskyj. «Derzeit ist es noch zu früh, etwas dazu zu sagen.» 

Zuvor war bekanntgeworden, dass im Fall der Anschläge auf die
Nord-Stream-Gaspipelines im Jahr 2022 erstmals Anklage gegen einen
mutmaßlichen Beteiligten erhoben wurde. Nach Medienberichten wirft
die Bundesanwaltschaft einem Ukrainer unter anderem das Herbeiführen
einer Sprengstoffexplosion und die Zerstörung von Bauwerken vor. Das
Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg muss nun über die Zulassung
der Anklage und die Eröffnung eines Prozesses entscheiden. Brisant
ist der Fall, weil die Ukraine bislang jegliche Verantwortung für die
Nord-Stream-Anschläge zurückgewiesen hat.