EU-Kommission will Zölle für Importe aus Armenien aufheben

02.07.2026 16:54

Armenien strebt in die EU - und auch die EU will das Kaukasusland
enger sich binden. Um die Abhängigkeiten des Landes von Russland zu
verringern, sollen jetzt Zölle fallen.

Eriwan (dpa) - Rund 80 Prozent der Exporte aus dem Kaukasusland
Armenien in die EU sollen nach Willen der Europäischen Kommission
künftig zollfrei in die Staatengemeinschaft kommen. «Damit können
Produkte, die derzeit noch stark vom russischen Markt abhängig sind,
auf den europäischen Binnenmarkt mit 450 Millionen Verbraucherinnen
und Verbrauchern umgelenkt werden», sagte EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen in der armenischen Hauptstadt Eriwan. 

Fast 99 Prozent der armenischen Obst-, Gemüse- und Pflanzenexporte
könnten so nach Europa statt nach Russland geliefert werden, außerdem
erhielten mehr als 90 Prozent der armenischen Getränke- und
Spirituosenexporte Zugang zum EU-Binnenmarkt, so von der Leyen
weiter. Die EU-Länder und das Europaparlament müssen für den Vorsto
ß
noch grünes Licht geben. 

EU-Angaben von 2023 zufolge stiegen die Ausfuhren Armeniens in die EU
in den vergangenen Jahren auf zuletzt durchschnittlich knapp 400
Millionen Euro.

EU und Armenien wollen enger zusammenarbeiten

Anfang Juni hatte die EU-Kommission bereits angekündigt, dem Land 52
Millionen Euro dafür bereitzustellen, seine Handelsbeziehungen zu
diversifizieren.

Die Südkaukasusrepublik Armenien grenzt an die Türkei, Georgien, den
Iran sowie Aserbaidschan und strebt seit einiger Zeit in Richtung EU.
Früher war sie enger Bündnispartner Moskaus. Die EU ist ein wichtiger
Partner Armeniens, etwa für Handel und Investitionen, schon seit 2021
ist ein Partnerschaftsabkommen in Kraft. 

Die EU hat ein geostrategisches Interesse, Länder wie Armenien an
sich zu binden. Zwar schwindet Russlands Einfluss im Südkaukasus,
aber auch die USA unter Präsident Donald Trump treiben Initiativen
voran.