EU verhängt wegen Nawalny-Tod Sanktionen gegen Forscher
03.07.2026 15:06
Alexej Nawalny starb 2024 in einem russischen Straflager. Für mehrere
russische Wissenschaftler, die an der Entwicklung eines Nervengiftes
beteiligt waren, gelten jetzt Sanktionen.
Brüssel (dpa) - Die EU-Staaten haben Sanktionen gegen sechs Russen
beschlossen, die mit dem Tod des Kremlgegners Alexej Nawalny 2024 in
einem russischen Straflager in Verbindung gebracht werden. Es handle
sich um Wissenschaftler und Forscher im militärischen Bereich, die an
der Entwicklung chemischer Waffen, insbesondere von Epibatidin,
beteiligt gewesen seien, teilte der Rat der Europäischen Union mit.
Ihre Vermögenswerte werden eingefroren und sie dürfen weder direkt
noch indirekt Gelder bereitgestellt bekommen.
Das Gift Epibatidin sei nach Nawalnys Tod in Proben aus seinem Körper
nachgewiesen worden und mit hoher Wahrscheinlichkeit die Todesursache
gewesen, hieß es weiter. Nawalny galt als prominentester Gegner
Putins, auch weil er Korruptionsfälle aufdeckte. Seine Witwe, Julia
Nawalnaja, wirft Putin Mord vor. Der russische Staat behauptet
dagegen, der 47-Jährige sei eines gewöhnlichen Todes gestorben.
Außenminister Johann Wadephul sagte im Februar, nach Analysen von
Proben sterblicher Überreste sei klar, dass Alexej Nawalny in
russischer Gefangenschaft vergiftet worden sei. Die sterblichen
Überreste Nawalnys hätten ein besonders starkes Nervengift,
Epibaditin, enthalten, sagte Wadephul. Dieses sei 200 Mal so stark
wie Morphium. Der Tod tritt durch Atemstillstand ein.
