Bahn plant Finanzpuffer in Milliardenhöhe für Brenner-Zulauf
06.07.2026 15:00
Die Bahn plant die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel mit einem
riesigen finanziellen Puffer, der fast so hoch wie ist die derzeit
veranschlagten Baukosten - alles zusammen 16 Milliarden Euro.
Berlin/München (dpa) - Eines der größten Neubauprojekte der Deutschen
Bahn soll knapp neun Milliarden Euro kosten - im ungünstigen Fall
aber auch erheblich mehr. Die Bahn geht für Planung und Bau der
deutschen Zuleitungsstrecke zum Brennerbasistunnel von München bis
zur österreichischen Grenze mittlerweile von Planungs- und Baukosten
in Höhe von 8,57 Milliarden Euro aus, wie die Projektleitung
berichtete. Als mögliche Zuschläge hinzu kommen Risiko- und
Inflationsvorsorge in Höhe von zusammengerechnet knapp 7,6 Milliarden
Euro.
Bahn will Vorsorge nicht ausgeben
Bahn- und andere Großprojekte werden erfahrungsgemäß teurer als
geplant. DIe Bahn geht aber davon aus, dass der immense Puffer für
den Brenner-Nordzulauf nicht in voller Höhe gebraucht werden wird. So
hat das Unternehmen die mögliche Inflationsrate demnach mit bis zu
zehn Prozent sehr hoch angesetzt. Die Alpenquerung samt
Brenner-Nordzulauf ist Teil des sogenannten Scan-Med-Korridors von
Skandinavien nach Italien und würde voraussichtlich von der EU
gefördert.
Bundestag demnächst am Zug
Zuletzt hatte die DB im Jahr 2021 die möglichen Kosten auf knapp acht
Milliarden Euro geschätzt. Das lang verzögerte Projekt geht demnächst
in die entscheidende Phase. Das Bundesverkehrsministerium will die
DB-Planungsunterlagen der DB für die Trasse samt dazugehörigem
ministeriellem Bericht und einer Einschätzung des
Eisenbahn-Bundesamts alsbald an den Bundestag übermitteln, wie ein
Sprecher von Ressortchef Patrick Schnieder (CDU) in Berlin sagte.
Der Brennerbasistunnel und die dazugehörigen Zuleitungsstrecken in
Bayern, Tirol und Italien sollen die über 150 Jahre alte, kurvige
Strecke über die Alpen ersetzen und die Fahrzeit von Deutschland nach
Italien um etwa zwei Stunden verkürzen. Die Tunnelarbeiten begannen
2015, vom Jahr 2032 an sollen Züge durch den Tunnel fahren. Ohne neue
Zubringerstrecke kann die Kapazität des Tunnels nicht genutzt werden.
