Nach US-Blockade: EU soll besser auf KI-Sperren reagieren

07.07.2026 18:38

Die US-Regierung ordnete zwischenzeitlich an, den Zugang zu zwei
fortgeschrittenen KI-Modellen für Ausländer zu blockieren. Nun
reagiert die EU-Kommission mit einem Plan für mehr KI-Sicherheit.

Brüssel (dpa) - Nach von der US-Regierung zwischenzeitlich verhängten
Sperren für KI-Modelle zur Aufdeckung von Software-Schwachstellen
soll Europa besser vor wirkmächtiger Künstlicher Intelligenz
geschützt werden. Bis zum Ende des Jahres will die EU-Kommission
einem Aktionsplan zufolge konkrete Notfallmaßnahmen für den Fall
entwickeln, dass der Zugang zu KI mit potenziell bedrohlichen
Cyberfähigkeiten von einem Drittstaat eingeschränkt wird. 

In der EU obliegt die Regulation von Künstlicher Intelligenz primär
der Europäischen Kommission, alle Anbieter müssen sich etwa an das
europäische KI-Gesetz halten. 

Trump-Regierung hatte zuvor Zugänge blockiert

Nach einer Anordnung der US-Regierung unter Präsident Donald Trump
Mitte Juni hatte das Unternehmen Anthropic mit Sitz in Kalifornien
den Zugang zu seiner kürzlich veröffentlichten Top-Software
blockiert. Regierungsbehörden hätten Anthropic unter Verweis auf die
nationale Sicherheit angewiesen, den Zugang aller Ausländer zu den
KI-Modellen Fable 5 und Mythos 5 zu unterbinden, teilte das
Unternehmen mit. 

Das KI-Modell gilt als besonders geeignet, Schwachstellen und
Sicherheitslücken in Software aufzuspüren. Anfang Juli hob die
US-Regierung die Exportsperren für beide KI-Modelle dann nach mehr
als zwei Wochen wieder auf. 

EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen setzt auf den Aufbau eigener
KI-gestützter Cyberfähigkeiten in Europa. «Wir können uns bei
Fähigkeiten, die entscheidend für unsere Sicherheit sind, nicht
allein auf außereuropäische Lösungen verlassen», sagte Virkkunen. D
as
sei kostspielig, aber die Kosten, führende KI-Modelle nicht
aufzubauen, seien noch höher.

EU-Kommission plant Leitfaden und sichere Test-Plattform

Die Europäische Kommission wolle mit der EU-Cybersicherheitsagentur
Enisa einen Leitfaden erarbeiten, der große öffentliche und private
Institutionen unterstützen solle, Zugänge zu fortgeschrittenen
KI-Modellen zu erhalten, heißt es in dem Papier weiter. 

Geplant ist der Mitteilung zufolge auch eine sichere Plattform zum
Testen von KI etwa mit simulierten Umgebungen, über die auch
Betreiber in der kritischen Infrastruktur wie im Finanz-, Energie-,
Gesundheits- oder Transportbereich oder der öffentlichen Verwaltung
Erkenntnisse gewinnen können. Bereits jetzt sollten Organisationen
beginnen, IT-Schwachstellen mit Hilfe von frei zugänglichen
KI-Modellen zu finden und zu beheben, mahnte die EU-Kommission an.