EU-Abgeordnete fordern Untersuchung gegen FIFA-Chef

08.07.2026 16:32

Wie viel Einfluss hat US-Präsident Trump auf die Rücknahme der Sperre
gegen US-Spieler Balogun gehabt? Das wollen Abgeordnete des
EU-Parlaments untersuchen lassen - und haben einen Brief geschrieben.

Brüssel/Straßburg (dpa) - Mehrere Abgeordnete des Europäischen
Parlaments fordern Fußballverbände in den EU-Staaten in einem Brief
dazu auf, sich für eine Untersuchung gegen FIFA-Präsident Gianni
Infantino einzusetzen. Die FIFA solle aufklären, ob Infantino an der
Entscheidung beteiligt gewesen sei, die Sperre nach der Roten Karte
gegen US-Fußballer Folarin Balogun aufzuheben - und ob Druck der
US-Regierung dabei eine Rolle gespielt habe. 

EU-Abgeordneter: «Rote Linie überschritten»

«Eine rote Linie wurde überschritten», teilte der dänische
sozialdemokratische EU-Parlamentarier Niels Fuglsang mit, der zu den
drei Initiatoren des Briefes gehört. «Fußball sollte Menschen
zusammenbringen und nicht als eine Plattform für politische
Begünstigung dienen. Wenn der FIFA-Präsident die Grenzen zwischen
Sport und Politik verwischt, wird die Integrität des Spiels dadurch
riskiert.»

Die Frist für Abgeordnete, den Brief zu unterzeichnen, soll am
Mittwochabend auslaufen. Aus den Parlamentsbüros hieß es wenige
Stunden vor Ablauf, dass es mehr als 55 Unterschriften gebe.

In dem Schreiben betonen die EU-Parlamentarier, dass die
Fußballverbände nach ihrem Verständnis des Ethik-Kodex der FIFA
verpflichtet seien, Funktionäre zur Verantwortung zu ziehen, wenn es
Beweise gebe, dass diese die Regel politischer Neutralität brächen.
Der Entscheidungsprozess zur Aufhebung der Sperre gegen den
US-Stürmer müsse überprüft werden.

Trump rief nach Sperre gegen US-Spieler bei FIFA an 

Balogun war beim 2:0-Erfolg im Sechzehntelfinale gegen
Bosnien-Herzegowina mit Rot vom Platz geflogen und damit für die
Achtelfinal-Partie gegen Belgien gesperrt worden. Die FIFA hob die
Sperre aber überraschend auf.

Trump hatte zuvor nach eigenen Angaben mit einem Anruf bei der FIFA
um eine Überprüfung der Sperre gebeten, was für große Kritik gesorg
t
hatte. Balogun stand gegen Belgien zwar in der Startelf des
WM-Mitgastgebers, spielte in dem Duell aber keine große Rolle.