EU-Parlament spricht sich für digitalen Euro aus
09.07.2026 13:03
Mit dem digitalen Euro will Europa US-Anbietern im digitalen
Zahlungsverkehr etwas entgegensetzen. Das EU-Parlament macht den Weg
frei - doch bis damit gezahlt werden kann, dauert es noch.
Straßburg (dpa) - Die Einführung des digitalen Euro rückt ein Stück
näher. Die EU-Abgeordneten sprachen sich in Straßburg klar für die
elektronische Form der Gemeinschaftswährung aus. 416 stimmten dafür,
169 dagegen, 22 enthielten sich. Nach dieser Positionierung können
nun die Verhandlungen für einen Rechtsrahmen zur elektronischen
Version des Euros von Parlament und EU-Staaten starten. Das ist für
Mitte des Monats geplant.
Europäisches Angebot gegen US-Anbieter
Der digitale Euro soll das Euro-Bargeld ergänzen, aber nicht
ersetzen. Bislang dominieren vor allem US-Anbieter wie Paypal,
Mastercard und Visa den Markt für digitale Zahlungen in Europa. Mit
dem digitalen Euro wollen die Euro-Notenbanken ihnen ein europäisches
Angebot entgegensetzen.
Das Zahlungsmittel soll sowohl online als auch offline genutzt werden
können und Datenschutz gewährleisten. Grundlegende Dienstleistungen -
wie die Kontoeröffnung und die Verwaltung von Guthaben - sollen
kostenlos sein.
Pilotprojekt 2027 angepeilt
Die Euro-Notenbanken tüfteln seit Jahren an einer digitalen Variante
der europäischen Gemeinschaftswährung, und peilen eine Einführung der
Alternative zum Bargeld 2029 an, für 2027 ist der Start eines
Pilotprojekts vorgesehen. Dafür muss allerdings der Rechtsrahmen
stehen.
