Irreguläre Migration: EU schränkt Visavergabe an Guineer ein

10.07.2026 13:43

Die EU wirft den Behörden in Guinea unzureichende Kooperation im
Kampf gegen illegale Migration vor. Jetzt handelt Brüssel.

Brüssel (dpa) - Die EU schränkt die Visavergabe an Staatsangehörige
des westafrikanischen Landes Guinea ein. Grund ist die unzureichende
Kooperation der dortigen Behörden bei der Rückübernahme von illegal
in der EU lebenden Migranten, wie aus einem Beschluss des Rates der
Mitgliedstaaten hervorgeht. Demnach bleiben Rückübernahmeersuche von
den guineischen Behörden unbeantwortet oder werden nicht
weiterverfolgt. Zudem gebe es etwa Schwierigkeiten bei der
Organisation von Rückkehraktionen per Linien- oder Charterflug, heißt
es.

Mit dem Beschluss zur Einschränkung der Visavergabe soll nun Druck
auf die Regierung in der Hauptstadt Conakry ausgeübt werden. Er sieht
zum Beispiel vor, dass Mitgliedstaaten künftig guineischen
Staatsangehörigen Visa für die mehrfache Einreise verweigern können
und bestimmte Dokumente zwingend vorgelegt werden müssen. Darüber
hinaus wird die reguläre Bearbeitungsfrist für Visumanträge von
bislang 15 auf künftig 45 Kalendertage verlängert.

Das zuletzt etwa 17,5 Millionen Einwohner zählende Guinea verfügt
über erhebliche Vorkommen von Rohstoffen wie Eisenerz und Bauxit. In
Bezug auf die Gesundheitsversorgung, das Bildungssystem und die
allgemeine Lebensqualität gehört der Küstenstaat allerdings weltweit

zu den ärmsten.