EU-Behörde: Zahl der illegalen Grenzübertritte sinkt deutlich
10.07.2026 14:12
Ein Drittel weniger illegale Grenzübertritte - und doch riskieren
Tausende weiter ihr Leben auf dem Mittelmeer. Was steckt hinter dem
Rückgang, und wo steigen die Zahlen sogar wieder?
Warschau/Brüssel (dpa) - Die EU-Behörde Frontex hat im ersten
Halbjahr etwa ein Drittel weniger illegale Grenzübertritte an den
Außengrenzen Europas verzeichnet. 49.000 Einreisen bedeuteten einen
Rückgang von 37 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025, teilte
die Behörde in Warschau mit. «Die Zahlen zeigen klar: Die europäische
Migrationswende wirkt», sagte EU-Migrationskommissar Magnus Brunner
in Brüssel.
Mehr Bootsflüchtlinge im westlichen Mittelmeer
Hauptfluchtrouten bleiben demnach die Küsten des Mittelmeeres, wo
Migranten versuchen, mit Booten überzusetzen. Nach Schätzungen der
Internationalen Organisation für Migration kamen in diesem Jahr
bereits 1.300 Menschen auf diesen Routen ums Leben. Während es im
Osten und mittleren Teil des Mittelmeeres weniger illegale Einreisen
gab, stieg die Zahl im Westen an der spanischen Küste an.
«Weniger Boote stechen Richtung Europa in See, und das ist das
Ergebnis der dauerhaften Kooperation mit unseren Partnern in der
Region», sagte Frontex-Direktor Hans Leijtens der Mitteilung zufolge.
Auch an der EU-Ostgrenze zu Belarus und Russland gab es deutlich
weniger illegale Grenzübertritte.
Im Juni ist der EU-Migrations- und Asylpakt in Kraft getreten, der
strengere Kontrollen an den Außengrenzen bedeutet. Er soll auch eine
gerechtere Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU erreichen.
