Studie: Hersteller holen Pkw-Produktion wegen Zöllen in die EU zurück
13.07.2026 04:30
Im Herbst 2024 hat die EU Zölle auf E-Autos aus China verhängt. Eine
Studie zeigt nun: Vor allem westliche Hersteller verlagern die
Produktion seither nach Europa. Andere Ziele wurden nicht erfüllt.
Berlin (dpa) - Seit der Einführung von EU-Zöllen auf Elektroautos aus
China produzieren westliche Hersteller einer Studie zufolge ihre
E-Autos wieder verstärkt in Europa. Demnach sank der Anteil von in
Europa verkauften «Made in China»-Batteriefahrzeugen westlicher
Autobauer am gesamten E-Auto-Absatz zwischen 2024 und dem ersten
Quartal dieses Jahres von 38 auf 23 Prozent.
Das geht aus einer Untersuchung des europäischen Verkehrsverbands T&E
hervor. Die Zahlen basieren demnach auf Produktions- und
Verkaufsdaten des Anbieters GlobalData. Die untersuchten westlichen
Marken sind BMW, Dacia, Volvo, Smart und Tesla.
Tesla-Anteil sinkt um vier Prozentpunkte
So sank etwa der Anteil von in China produzierten Tesla-Fahrzeugen am
Elektro-Gesamtmarkt in Europa im Vergleichszeitraum von 23 auf 19
Prozent.
Die Einfuhr von E-Autos chinesischer Hersteller konnten die Zölle
demnach hingegen kaum eindämmen. Insbesondere die Autobauer BYD und
Geely hätten ihre Importe nach Europa trotz der Einführung der Zölle
seit 2024 deutlich steigern können. Dies liege vor allem an der hohen
Überproduktion dieser Unternehmen in China, heißt es in der
Untersuchung des Verbands.
Ausnahme bilde das Unternehmen Saic, dessen Absatzzahlen in Europa
seit 2024 stark zurückgegangen seien. T&E zufolge liegt das daran,
dass für E-Autos von Saic fast doppelt so hohe Zölle anfallen wie für
Fahrzeuge von BYD oder Geely.
Unterschiedliche Zölle für Hersteller
Das wiederum hat damit zu tun, dass die EU in einer Untersuchung zu
dem Schluss kam, dass Saic in größerem Umfang von staatlichen
Subventionen in der Wertschöpfungskette profitiere, als die
Wettbewerber.
Dennoch verlagerten dem Verband zufolge auch chinesische Hersteller
einen größeren Teil ihrer E-Auto-Produktion nach Europa. Seit der
EU-Untersuchung zu den Subventionen im Jahr 2023 seien zehn geplante
Produktionsstätten auf dem Kontinent bekanntgeworden, teilte T&E mit.
Zudem setzten die chinesischen Hersteller bei den Exporten aus China
vermehrt auf Plug-in-Hybride (PHEV). «Chinesische Marken halten nun
einen Anteil von 13 Prozent am PHEV-Markt der EU, gegenüber 3 Prozent
im Jahr 2024», hieß es.
E-Auto-Produktion auch in Deutschland gestiegen
Die Ergebnisse von T&E decken sich im Grundsatz mit den
Produktionsdaten des Verbands der Automobilindustrie (VDA) in
Deutschland. Demnach stieg die Produktion reiner Elektroautos (BEV)
innerhalb Deutschlands im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 1,22
Millionen Einheiten - bei gleichzeitig einbrechendem Absatz. Ob das
an der Verlagerung von Produktionskapazitäten aus China liegt, geht
aus den VDA-Daten indes nicht hervor.
