EU sieht Russlands FSB hinter schweren Cyberangriffen
13.07.2026 12:25
Regierungsnetzwerke gehackt, Sabotage gegen kritische Infrastruktur:
Deutschland und die anderen EU-Staaten machen Russlands
Inlandsgeheimdienst für eine Serie von Cyberangriffen verantwortlich.
Berlin/Paris/Brüssel (dpa) - Deutschland und die anderen EU-Staaten
machen den russischen Inlandsgeheimdienst FSB für das Eindringen in
Regierungsnetzwerke und für Sabotageakte gegen kritische
Infrastruktur verantwortlich. In Deutschland habe eine Cybereinheit
des FSB Angriffe gegen staatliche Stellen gerichtet, heißt es in
einer von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas verbreiteten Erklärung
im Auftrag der Mitgliedstaaten.
Wegen der Vorwürfe zu den jahrelangen Aktivitäten bestellten
Deutschland und Frankreich jeweils die russischen Botschafter ein.
Konkrete Beispiele nannte das Auswärtige Amt auf Rückfrage nicht mit
der Begründung, dass der Zuordnung Geheimdiensterkenntnisse zugrunde
liegen.
Cyberspionage und Sabotage
In Frankreich habe die FSB-Einheit seit 2010 Cyberspionage gegen
strategisch wichtige staatliche Einrichtungen betrieben und 2025 die
Verteidigungsindustrie ins Visier genommen, erklärte die
EU-Außenbeauftragte. Erst kürzlich habe es zudem in Polen
Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur gegeben, darunter gegen
Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Betroffen gewesen seien unter anderem
auch Zypern, die Niederlande, Österreich, die Slowakei, Rumänien und
Finnland.
Als Reaktion auf diese böswilligen Aktivitäten verhänge die EU neue
Sanktionen gegen neun Einzelpersonen und vier Einrichtungen und
Organisationen. Sie richteten sich gegen Offiziere des russischen
Militärgeheimdienstes GRU sowie gegen Cyberkriminelle, Hacker und
private Unternehmen, die zu Russlands Bemühungen beitrügen, die EU,
ihre Mitgliedstaaten und internationale Partner zu destabilisieren.
Nach Überzeugung der EU nutzt der FSB für seine Aktivitäten ein
ganzes «Cyberökosystem», das staatliche und nicht staatliche Akteure
umfasst.
Das Auswärtige Amt verurteilte auf der Plattform X das Vorgehen und
schrieb, dass Cyberangriffe gegen Deutschland, EU-Partner und die
Ukraine inakzeptabel seien.
