Söder offen für Social-Media-Beschränkungen bis 13 Jahren

13.07.2026 13:50

Experten in Deutschland und Europa haben ihre Empfehlungen zur
Nutzung von TikTok, Instagram und Co. abgegeben. Auch bisherige
Skeptiker eines Verbotes wie Markus Söder können damit etwas
anfangen.

Berlin (dpa) - CSU-Chef Markus Söder hat sich offen für strikte
Social-Media-Beschränkungen für Kinder unter 13 Jahren gezeigt. «Ich

finde es richtig, dass wir an der Stelle über Beschränkungen reden»,

sagte der bayerische Ministerpräsident nach einer Sitzung des
CSU-Vorstands in München. Nun müsse sich zeigen, wie die Länder den
Vorschlag umsetzen könnten. «Das muss man genau auswerten. Aber wir
sind dafür open-minded.»

Expertinnen und Experten hatten zuvor im Auftrag der EU-Kommission
empfohlen, den Zugang zu Social Media für Kinder unter 13 Jahren zu
beschränken. Bis zu diesem Alter sollte die Nutzung nur zeitlich
begrenzt unter Aufsicht der Eltern oder in pädagogischem Kontext
möglich sein, so ihre in Brüssel präsentierten Empfehlungen.

Söder findet 13 Jahre eine gute Altersgrenze für Beschränkungen

Söder lobte, dass der Vorschlag keine Beschränkungen mehr für älter
e
Kinder bis 16 Jahren enthalte, wie er vorher diskutiert
beziehungsweise etwa in Australien auch umgesetzt worden war. «Junge
Menschen fahren mit 17 (Jahren) Auto, viele wollen, dass sie mit 16
wählen, aber sie dürfen sich vorher nicht informieren», sagte er. Das

wäre dann vom Alter her «etwas schwieriger. Aber der Vorschlag, der
jetzt da ist, ist sicher eine gute Diskussionsgrundlage. Wie immer
bei all den Dingen: mit Maß und Mitte, dann wird es gut werden.»

In der Vergangenheit hatte es aus der CSU wiederholt kritische
Stimmen zu einem Verbot für Social-Media bei Jugendlichen gegeben.
Unter anderem hatte auch Söder dabei angemerkt, dass ein Verbot in
der Praxis leicht umgangen werden könne. Zudem warnte er davor, dass
ein Verbot Tiktok, Instagram und Co. eher noch interessanter für
Jugendliche und Kinder machen würde. 

Kritik kommt von Bayerns Digitalminister 

Dagegen beharrte Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie
Wähler) auf seiner ablehnenden Haltung für die Altersgrenze: «Die
meisten großen Plattformen haben schon heute ein Mindestalter von 13
Jahren, das Problem ist also nicht, dass Regeln fehlen, sondern ihre
mangelnde Durchsetzung. Der Jugendschutz dürfe nicht pauschal beim
Ausweis eines Kindes anfangen, sondern müsse bei den Plattformen
ansetzen. «Eine neue Altersgrenze auf dem Papier ist Symbolpolitik
statt echtem Jugendschutz. Sie klingt konsequent, verändert im
digitalen Alltag der Kinder aber nichts.»