EU-Staaten können Düngemittel-Preise abfedern
13.07.2026 14:10
Europäische Landwirte müssen für Düngemittel tiefer in die Tasche
greifen. Die EU hat Hilfe beschlossen.
Brüssel (dpa) - Landwirte in der EU können wegen der gestiegenen
Düngemittelpreise mehr EU-Geld vorgestreckt bekommen. Die
Agrarminister der EU-Staaten gaben in Brüssel das finale grüne Licht
für einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission aus dem Juni.
Vergangene Woche hatte das Europaparlament bereits im Eilverfahren
zugestimmt. Die Verordnung wird bald im Amtsblatt der EU
veröffentlicht und tritt am Tag danach in Kraft.
Die EU-Staaten können demnach die Vorauszahlungen auf Direktzahlungen
an aktive Landwirte erhöhen und in diesem Jahr schon früher zahlen.
Sie können zudem flexibler bestimmen, wie sie ihre Budgets für
Direktzahlungen im kommenden Jahr gestalten. Die Mitgliedstaaten
können betroffene Landwirte außerdem besonders unterstützen, um einen
Teil der zusätzlichen Kosten für Düngemittel abzufedern. Zuschüsse
von bis zu 80 Prozent der zusätzlichen Kosten sind möglich.
Agrarsektor unter Druck
Die EU will damit sicherstellen, dass Landwirte Düngemittel für die
nächste Anbausaison kaufen können. «Die jüngsten Störungen der
globalen Lieferketten und die stark gestiegenen Düngemittelpreise
haben unseren Agrarsektor erheblich unter Druck gesetzt», teilte
Irlands Agrarminister Martin Heydon mit. Irland hat derzeit die
Präsidentschaft des Rats der EU inne.
Insbesondere der Preis für Stickstoffdünger ist stark von Erdgas
abhängig und angesichts des Kriegs im Nahen Osten und der Sperrung
der Straße von Hormus gestiegen. 30 Prozent der Stickstoff- und 70
Prozent der Phosphatdünger, die in der EU verwendet werden, werden
nach Angaben der EU-Kommission importiert. Da Landwirte in der EU
höhere Kosten in der Regel nicht weitergeben könnten, setzten viele
weniger Dünger ein, so die Behörde. Eine geringere Ernte sei das
Ergebnis.
Bestimmte Zölle bereits ausgesetzt
Damit Landwirte günstiger an bestimmte importierte Düngemittel
kommen, hat die EU bereits zeitlich begrenzt die Standardzölle auf
Einfuhren mehrerer wichtiger Stickstoffdüngemittel und Vorprodukte
für deren Herstellung ausgesetzt. Bis Ende Mai 2027 können so nach
früheren Angaben der Europäischen Kommission rund 60 Millionen Euro
an Einfuhrzöllen gespart werden.
Die EU-Kommission hat im Juni zudem weitere Maßnahmen vorgeschlagen,
um den Düngemittelproblemen zu begegnen. Insgesamt sollen 540
Millionen Euro zusätzlich für die Krisenbewältigung zur Verfügung
stehen, von denen voraussichtlich rund 60 Millionen Euro in
Deutschland ankommen.
