Grausamer Bürgerkrieg: EU stoppt Goldhandel mit dem Sudan
13.07.2026 16:24
Gold aus dem Sudan? Damit ist jetzt Schluss: Die EU greift durch, um
den Bürgerkrieg nicht weiter mitzufinanzieren. Auch andere Waren sind
von Sanktionen betroffen.
Brüssel (dpa) - Die EU hat angesichts des grausamen Bürgerkriegs im
Sudan ein Gold-Embargo verhängt. Das Edelmetall sei zu einer
zentralen Einnahmequelle geworden, mit der der Konflikt finanziert
werde, teilte der Rat der Mitgliedstaaten nach dem Sanktionsbeschluss
der Außenminister mit. Durch die Beschränkung des Handels mit
sudanesischem Gold und die Einschränkung des Zugangs zu Chemikalien,
die für den Abbau und die Gewinnung benötigt werden, wolle man die
Ressourcen verringern, die den Verantwortlichen für Gewalt zur
Verfügung stehen.
Demnach sind künftig der Kauf, die Einfuhr und die Verbringung von
Gold mit Ursprung in dem Land in Nordost-Afrika verboten. Zudem
werden der Verkauf, die Lieferung, die Weitergabe oder die Ausfuhr
von Quecksilber und Zyanid in den Sudan untersagt. Diese Chemikalien
werden in großem Umfang beim Goldabbau und bei der Goldgewinnung
eingesetzt. Beide Maßnahmen werden durch Verbote im Zusammenhang mit
entsprechenden Dienstleistungen ergänzt. Dabei geht es etwa um
technische Unterstützung, Vermittlungsdienste und Finanzhilfen.
UN befürchten neue Welle von Gräueltaten
Im Sudan kämpfen die sudanesischen Streitkräfte (SAF) gegen die Miliz
RSF (Rapid Support Forces). Der seit Jahren andauernde Konflikt hat
verheerende Folgen für die Zivilbevölkerung sowie für die Stabilitä
t
des Landes und der gesamten Region.
UN-Hochkommissar Volker Türk befürchtete zuletzt eine Welle von
Gräueltaten in der umkämpften Stadt El Obeid. Die Anzeichen seien
unmissverständlich, sagte der Chef des UN-Menschenrechtsbüros Anfang
des Monats in Genf. Es bahne sich eine «neue
Menschenrechtskatastrophe» an.
