Deutschland darf Millionen für Halbleiterfabriken geben

14.07.2026 12:13

Die EU will die europäische Halbleiter-Industrie stärken. Deutschland
darf vier Anlagen in NRW, Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern
fördern. Was dort geplant ist.

Brüssel (dpa) - Deutschland darf nach einer Entscheidung der
Europäischen Kommission vier Halbleiteranlagen mit insgesamt 659
Millionen Euro fördern. «Durch die Förderung von Innovationen im
Halbleiterbereich stärken wir unsere technologische Souveränität und

die Wettbewerbsfähigkeit Europas», teilte die zuständige
EU-Kommissarin Teresa Ribera dazu mit. 

Deutschland darf damit folgende direkte Zuschüsse bereitstellen:

* 353 Millionen Euro für die SME Element 3-5 GmbH für eine Anlage
in Baesweiler (Nordrhein-Westfalen). Dort soll laut EU-Kommission
eine «weltweit einzigartige Fabrik» entstehen, in der besonders
leistungsstarke Wafer hergestellt werden sollen. Wafer werden unter
anderem für die Herstellung von Mikrochips und Sensoren verwendet und
kommen so unter anderem in der Automobilindustrie zum Einsatz.
* 214 Millionen Euro für die Vishay Siliconix Itzehoe GmbH
(«Vishay») für eine Anlage in Itzehoe (Schleswig-Holstein). Dort
sollen spezielle Halbleiterschalter (Power-MOSFETs) hergestellt
werden, die ebenfalls in der Automobilindustrie genutzt werden.
* 74,4 Millionen Euro für die KLA-Tencor MIE GmbH («KLA») für ein
e
Anlage in Weilburg (Hessen), unter anderem für hochmoderne
Film-Messgeräte. Sie werden demnach zur Qualitätskontrolle bei der
Massenproduktion von Halbleiterbauelementen eingesetzt und
ermöglichen so höhere Produktivität.
* 17,9 Millionen Euro für die KETEK GmbH für eine Anlage in München

(Bayern) zur Herstellung von zwei hoch spezialisierten Chips, die für
industrielle Sortier- und Recyclingsysteme eingesetzt werden.

Die Projekte werden laut EU-Kommission jeweils gemeinsam aus dem
Bundeshaushalt und von Landesbehörden finanziert. Die Beteiligten
haben sich dafür demnach unter anderem dazu verpflichtet, positive
Auswirkungen auf die Halbleiter-Wertschöpfungskette in der EU
sicherzustellen und besonders mit Hochschulen und
Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten. 

Milliarden für Europas Halbleiterindustrie

Die EU will die Halbleiterindustrie in Europa stärken. Sie will ihren
Anteil an der weltweiten Halbleiterfertigung bis 2030 auf 20 Prozent
steigern. Derzeit liegt der Anteil laut EU-Kommission bei rund 10
Prozent. Verschiedene Mitgliedstaaten haben dafür nach Angaben der
EU-Kommission bereits Projekte mit rund 14 Milliarden Euro
unterstützt. 

In der EU gelten strenge Regeln, wenn ein Staat heimische Unternehmen
mit Finanzspritzen unterstützen möchte. Damit soll verhindert werden,
dass beispielsweise ein finanzstarkes Land wie Deutschland seinen
Firmen einen unverhältnismäßigen Vorteil verschafft und so etwa
Konkurrenz aus dem Markt gedrängt wird. Deswegen müssen Vorhaben wie

die nun genehmigten von der EU-Kommission geprüft und freigegeben
werden.