Kreml kritisiert Merz für geplante Sicherheitsgarantien an Kiew
14.07.2026 14:03
Die Europäer wollen sich an einer Friedenslösung für die Ukraine
beteiligen. Der Kreml lehnt nicht nur deren Sicherheitskonzepte ab,
sondern sieht sie auch nicht als Verhandlungspartner.
Moskau (dpa) - Der Kreml hat Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich
Merz zu künftigen Sicherheitsgarantien für die Ukraine kritisiert.
«Sicherheitsgarantien ohne die Beteiligung Russlands zu formulieren,
ist unmöglich», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen
Nachrichtenagenturen zufolge. Die Aussagen von Merz zeugten davon,
dass die Europäer in einer Sackgasse stecken. Sollten die Europäer
davon tatsächlich überzeugt sein, «dann schließt das die Teilnahme
der europäischen Länder am Prozess der Regulierung aus», sagte
Peskow.
Stein des Anstoßes ist offenbar ein Satz von Merz auf der
Pressekonferenz beim Treffen der sogenannten Koalition der Willigen.
Der Bundeskanzler hatte dort die Erfolge des ukrainischen Militärs in
den vergangenen Wochen hervorgehoben und erklärt, dass dies Chancen
auf einen Frieden biete. Die Koalition wolle auch nach einem
Waffenstillstand einen Beitrag für die Sicherheit der Ukraine
leisten. «Wie wir im Einzelnen unsere Sicherheitsgarantien
ausgestalten, das werden die Ukraine und ihre Partner entscheiden,
nicht Moskau», sagte Merz.
Die sogenannte Koalition der Willigen plant eine multinationale, von
Europa geführte und von den USA unterstützte Truppe. Sie soll nach
einem Ende des russischen Angriffskrieges helfen, die Sicherheit der
Ukraine zu gewährleisten. Die Bemühungen um ein Kriegsende sind aber
seit Monaten festgefahren.
Russland hat seinen inzwischen mehr als vier Jahre laufenden Krieg
auch mit der Sorge um eine Ausweitung der Nato gen Osten begründet.
Westliche Sicherheitstruppen in der Ukraine lehnt Moskau entschieden
ab.
