Maschinenbau: Mehr Schutz vor unfairem Wettbewerb aus China

15.07.2026 08:00

Der Maschinenbau fordert schärfere Maßnahmen gegen unfaire Konkurrenz
aus China. Warum der VDMA Ausgleichszölle auf Warengruppenebene
verlangt und die EU in der Pflicht sieht.

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands Maschinen- und Anlagenbau
verlangt einen besseren Schutz vor unfairem Wettbewerb aus China. Der
Branchenverband VDMA hat ein entsprechendes Positionspapier aus dem
vergangenen Sommer verschärft. 

Neu ist die Forderung nach Ausgleichszöllen auf Ebene der
Warengruppen, wenn entsprechende Indizien für unfaire
Wettbewerbspraktiken vorliegen. Derzeit untersuche die EU-Kommission
Wettbewerbsverzerrungen bei jedem Produkt einzeln, statt
beispielsweise in der Warengruppe Baumaschinen. «Es würde Jahrzehnte
dauern, bis alle unfairen Wettbewerbsvorteile ausgeglichen sind. So
viel Zeit haben wir nicht», sagt VDMA-Außenwirtschafter Oliver
Richtberg.

Beweislast soll umgekehrt werden

Nach den Vorstellungen der Industrie müsse die Europäische Union
zudem eine Beweislastumkehr bei Ausgleichszöllen prüfen. Die
Wettbewerbsverzerrungen Chinas und chinesischer Unternehmen seien
längst umfassend dokumentiert. «Deshalb sollten bei hinreichenden
Hinweisen betroffene chinesische Unternehmen nachweisen müssen, dass
sie nicht von diesen unfairen Vorteilen profitieren», sagt Richtberg.

China hat Deutschland als weltweit führenden Maschinenbauexporteur
abgelöst. Vom Staat mit hohen Subventionen unterstützt, bieten die
chinesischen Hersteller inzwischen auch technologisch anspruchsvolle
Anlagen zu niedrigen Preisen. Neben wirksameren EU-Zollregularien
erhebt der VDMA auch innenpolitische Forderungen etwa zu
Bürokratieabbau und Steuerentlastungen. Strategisch relevante
Technologien sollten industriepolitisch unterstützt werden.