EU-Etat für 2027: Länder wollen acht Milliarden weniger

15.07.2026 18:28

Die EU-Kommission möchte, dass im nächsten Jahr 200 Milliarden Euro
etwa für Wettbewerbsfähigkeit, Aufrüstung und die Ukraine genutzt
werden. Die Mitgliedsländer wollen einen kleineren Haushalt.

Brüssel (dpa) - Die EU-Länder streben für 2027 einen gemeinsamen
Haushalt in Höhe von knapp 192 Milliarden Euro an - rund 8 Milliarden
weniger als von der Europäischen Kommission vorgeschlagen. Darauf
verständigte sich der Rat der Mitgliedsstaaten in Brüssel, wie aus
einer Mitteilung hervorgeht. Insgesamt verfolge der Rat einen
vorsichtigen Ansatz, hieß es.

Plan Teil des langfristigen Gemeinschaftshaushalts

Der Plan für das kommende Jahr ist der siebte und damit letzte im
Rahmen des sogenannten Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) für den
Zeitraum 2021 bis 2027. Eine grobe Größenordnung ist damit bereits
vorgegeben. Der Gemeinschaftsetat für die sieben Jahre insgesamt
umfasst rund 1,1 Billionen Euro. Er speist sich zum größten Teil aus
Beiträgen der Mitgliedsstaaten.

Vom Rat hieß es weiter, das Budget für 2027 solle auf einem
angemessenen Niveau liegen, um die Umsetzung politischer Maßnahmen
und Programme sicherzustellen und die Fähigkeit zu gewährleisten, auf
anhaltende Krisen und Herausforderungen zu reagieren. Dazu zählten
neben unvorhersehbaren Entwicklungen etwa die Kriege in der Ukraine
und im Nahen Osten sowie der anhaltende Migrationsdruck.

Kommission will 200 Milliarden

Nach dem Willen der Kommission soll der Etat für das kommende Jahr
rund 200 Milliarden Euro umfassen. Prioritäten sollen unter anderem
die Wettbewerbsfähigkeit der Staatengemeinschaft, Sicherheit und
Verteidigung und die Ukraine-Unterstützung haben. Zahlenmäßig soll
das mit Abstand meiste Geld in die Landwirtschaft (54 Milliarden
Euro) und die Förderung strukturschwacher Regionen innerhalb der EU
(44 Milliarden Euro) fließen.

Die EU-Staaten muss sich nun noch mit dem Europaparlament auf einen
Haushalt verständigen. Das diesjährige EU-Budget umfasst rund 190
Milliarden Euro. 

Deutschland steuert als größter Nettozahler der Union fast ein
Viertel der Mittel bei, profitiert aber gleichzeitig stark vom
EU-Binnenmarkt. Derzeit wird in Brüssel über ein neues
Mehrjahresbudget von 2028 bis 2034 gerungen.