EU-Verfahren: Brüssel akzeptiert Musks Änderungspläne bei X
15.07.2026 19:13
200 Millionen Euro Strafe verlangte die EU-Kommission Ende 2025 von
dem Online-Netzwerk X. Es ging um Häkchen, Intransparenz bei Werbung
und mehr. Jetzt stellt der Online-Riese Änderungen in Aussicht.
Brüssel (dpa) - Nach einer Millionenstrafe wegen Verstößen gegen
EU-Regeln hat Elon Musks Online-Plattform X die Europäische
Kommission mit geplanten Änderungen zunächst zufrieden gestellt. Die
genehmigten Maßnahmen ermöglichten mehr Transparenz in dem sozialen
Netzwerk, teilte die Brüsseler Behörde mit. Es sei ein wichtiger
Schritt in die richtige Richtung.
Die US-Firma hatte 120 Millionen Euro zahlen müssen, unter anderem
wegen einer irreführenden Authentifizierung von Nutzerkonten durch
den weißen Verifizierungshaken auf blauem Grund.
Haken bedeuten «Premium» statt «verifiziert»
Musk hatte nach seiner Übernahme bei X eingeführt, dass alle
zahlenden Abo-Kunden ein Häkchen bekommen, anstatt diese nur an vom
Unternehmen verifizierte Nutzer zu geben. Das verstieß nach Ansicht
Brüssels gegen EU-Regeln. X hatte nach der Strafe öffentlich
klargestellt, dass die Häkchen keiner Verifizierung mehr
gleichkommen. Die Plattform spricht nun von einem Premium-Status.
Die EU-Kommission hatte den Twitter-Nachfolger zudem beschuldigt,
Forschern Daten vorzuenthalten und geschaltete Werbung nicht
transparent zu dokumentieren. Auch hier stellte die US-Plattform
Änderungen in Aussicht, die die Brüsseler Internetwächter zunächst
akzeptieren. X hat laut Mitteilung nun sechs Monate Zeit, sie zu
implementieren.
US-Regierung hatte Strafe heftig kritisiert
Die Entscheidung gegen X auf Grundlage des Gesetzes über digitale
Dienste (Digital Services Act - DSA) war von der US-Regierung Donald
Trumps deutlich kritisiert worden. Außenminister Marco Rubio sprach
auf X von einer «Attacke auf alle amerikanischen Tech-Plattformen und
das amerikanische Volk durch ausländische Regierungen».
US-Vizepräsident JD Vance schrieb schon vor der Verkündung der Strafe
auf X, die EU solle die Meinungsfreiheit unterstützen, anstatt
amerikanische Unternehmen «wegen Müll» anzugreifen. X hatte
angekündigt gegen die Strafe vor Gericht Einspruch einzulegen.
