EU-Kommission stellt Emissionshandel auf den Prüfstand

16.07.2026 17:30

Klimaschutz gegen Wettbewerbsfähigkeit? Die Europäische Kommission
macht Vorschläge für die Zukunft des Treibhausgashandelssystems der
EU.

Brüssel (dpa) - Um es an die veränderten wirtschaftlichen und
geopolitischen Bedingungen anzupassen, nimmt die EU-Kommission das
Treibhausgashandelssystem unter die Lupe. An diesem Freitag stellt
die Brüsseler Behörde ihre Überprüfung des Systems vor, das als
zentrales Klimaschutzinstrument der EU gilt. Auch soll dabei das neue
EU-Klimaziel bis 2040 berücksichtigt werden.

Das sogenannte Emission Trading System (ETS) wurde 2005 eingerichtet,
um Emissionen zu senken. Die Obergrenzen für den Ausstoß soll
besonders in energieintensiven Sektoren wie der Stromerzeugung und
Industrie als Anreiz dienen, Treibhausgase einzusparen. Die
betroffenen Unternehmen bekommen Zertifikate für den Ausstoß
klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid (CO2) zugeteilt und können
nach Bedarf auch damit handeln oder weitere ersteigern. So entsteht
ein Preis für jede ausgestoßene Tonne CO2.

Klimaschutzinstrument rutscht mehr und mehr in den Fokus

Vor dem Hintergrund hoher Energiepreise sowie einem generell sehr
hohen Wettbewerbsdruck auf die europäische Industrie rückt das
Klimaschutzinstrument mehr und mehr in den Fokus. Vor allem in
Ländern, in denen fossile Brennstoffe in der Stromgewinnung eine
große Rolle spielen, wächst der Unmut.

Länder wie Polen fordern Lockerungen, beispielsweise nordeuropäische
Länder wie Schweden und Finnland befürworten dagegen ein strenges
Emissionshandelssystem. Deutschland will am ETS festhalten, setzt
aber zunehmend auf Wettbewerbsfähigkeit und will bestimmte Ausnahmen
für die Industrie.

Seit Anfang des Jahres steht nach langen Verhandlungen fest, dass die
EU bis 2040 ihre Treibhausgasemissionen um 90 Prozent im Vergleich zu
1990 senken muss.