Prien: Kinder in digitaler Welt nicht abschotten
17.07.2026 05:00
Ab wann dürfen Kinder in der EU auf TikTok, Instagram und Co.?
Familienministerin Prien fordert Schutz, aber keine Abschottung - und
setzt auf eine einheitliche Lösung statt nationaler Alleingänge.
Berlin (dpa) - Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) begrüßt die
Vorschläge von EU-Experten in der Debatte um ein Social-Media-Verbot
und spricht sich für einen differenzierten Ansatz aus. «Man muss zur
Kenntnis nehmen, dass Kinder und Jugendliche heute in einer digitalen
Welt leben und dass man sie davon auch nicht völlig abschotten kann
und sollte», sagte Prien der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Der
Vorschlag der EU-Experten werde dem Anliegen, Schutz, Befähigung und
Teilhabe zu realisieren, gerecht.
Expertinnen und Experten im Auftrag der EU-Kommission empfehlen, den
Zugang zu Social Media für Kinder unter 13 Jahren zu beschränken. Bis
zu diesem Alter sollte die Nutzung nur zeitlich begrenzt unter
Aufsicht der Eltern oder in pädagogischem Kontext möglich sein, so
die Anfang der Woche präsentierten Empfehlungen. Die Fachleute hatten
sich explizit gegen ein klares Verbot ausgesprochen, da dies das
falsche Signal sende.
Familienministerin Prien war am Donnerstag zu Gesprächen in Brüssel
und befürwortet dort eine EU-weite Lösung. Nationale Alleingänge
seien bei der Regulierung großer Plattformen nur begrenzt möglich,
hatte sie zuvor mitgeteilt. Mit einem verbindlichen EU-Vorschlag wird
nach dem Sommer gerechnet.
