Dänemark vermittelt Arbeitslose EU-weit am schnellsten

17.07.2026 14:52

Wer in Dänemark seinen Arbeitsplatz verliert, kann damit rechnen, so
schnell eine neue Stelle zu finden, wie nirgendwo sonst in der EU. In
dieser Disziplin ist das Land seit Jahren Europameister.

Kopenhagen (dpa) - Dänemark ist erneut EU-Meister bei der zügigen
Vermittlung von Arbeitslosen. Im vergangenen Jahr seien
durchschnittlich 40,6 Prozent der Personen, die zu Beginn eines
Quartals arbeitslos gemeldet waren, zu Beginn des darauffolgenden
Quartals wieder erwerbstätig gewesen, teilte die Denkfabrik
Arbejderbevægelsens Erhvervsråd (AE) am Freitag unter Berufung auf
das EU-Statistikamt Eurostat mit. Damit sei Dänemark zum 15. Mal in
Folge EU-Spitzenreiter bei der Vermittlung von Arbeitslosen gewesen.

EU-weit lag die Vermittlungsquote von Arbeitslosen in den ersten drei
Monaten nach ihrer Kündigung den Angaben zufolge bei 23,3 Prozent.
Deutschland lag mit 28,1 Prozent auf Platz sechs.

Die schnelle Vermittlung von Arbeitslosen in neue Stellen führt zu
einer geringen Langzeitarbeitslosenquote in Dänemark. 2025 waren 16
Prozent der Arbeitslosen im Königreich mindestens ein Jahr ohne
Arbeit. Bei der Vermittlung dieser Menschen war Dänemark ebenfalls
EU-Spitzenreiter. Den Angaben zufolge wurden 2025 jedes Quartal
durchschnittlich 24 Prozent der Langzeitarbeitslosen in neue Jobs
vermittelt - das waren doppelt so viele wie in Deutschland. Der
EU-Durchschnitt lag bei neun Prozent.

Der AE führt die schnelle Vermittlung Arbeitsloser auf das sogenannte
Flexicurity-Modell in Dänemark zurück. Es verbindet einen geringen
Kündigungsschutz mit hohem Arbeitslosengeld, Umschulung und
Weiterbildung sowie aktiver und gezielter Vermittlung von Menschen
ohne Job. Dies führt dazu, dass Unternehmen weniger Bedenken haben,
neue Arbeitskräfte einzustellen, während Angestellte bei einer
Kündigung auf soziale Sicherheit und schnelle Vermittlung vertrauen
können.