Festgesetztes Russen-Geld: Euroclear verliert Berufung

17.07.2026 17:37

Wegen Moskaus Angriffskrieg hat die EU Sanktionen verhängt und Geld
festgesetzt. Das Institut, das das Geld verwaltet, ist in einem
Rechtsstreit - und muss in Russland eine Niederlage hinnehmen.

Brüssel (dpa) - Das belgische Finanzinstitut Euroclear, das den
Großteil der in Europa festgesetzten Vermögenswerte der russischen
Zentralbank verwaltet, hat vor einem russischen Gericht eine
Niederlage erlitten. Die Berufung gegen ein Urteil zugunsten der
russischen Zentralbank wurde abgewiesen, wie aus dem
Halbjahresbericht des in Brüssel ansässigen Finanzdienstleisters
hervorgeht.

Mit dem Urteil war Euroclear im Mai zu 18,17 Billionen Rubel
(umgerechnet etwa 200 Milliarden Euro) Schadenersatz verurteilt
worden. Gegen diese Entscheidung legte Euroclear Berufung ein.
«Euroclear erkennt die Zuständigkeit des Gerichts nicht an, und
solche Ansprüche werden nach EU-Recht nicht anerkannt», hieß es
weiter.

Infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind in der
EU Vermögenswerte der russischen Zentralbank festgesetzt, der größte

Teil davon wird von Euroclear verwaltet. Ende Juni 2026 entfielen 202
Milliarden Euro der Bilanzsumme des Instituts auf sanktionierte
russische Vermögenswerte, wie es hieß.

Als Folge der Sanktionen und Gegenmaßnahmen ist Euroclear mit
mehreren Verfahren vor russischen Gerichten konfrontiert - darunter
einer Klage der russischen Zentralbank im Zusammenhang mit der
Einfrierung. 

Das Institut teilte weiter mit: «Im Einklang mit seinem Bekenntnis
zur Wahrung der Marktstabilität, der Rechtsstaatlichkeit und der
Verteidigung der Interessen seiner Kunden wird Euroclear seine
Interessen weiterhin verteidigen, unter anderem vor belgischen
Gerichten.»