EZB: Zinserhöhung erst im September erwartet
22.07.2026 17:30
Die Inflation hat sich zuletzt abgeschwächt. Das ermöglicht der
Europäischen Zentralbank wohl eine Zinspause. Doch die Unsicherheit
wegen des Iran-Krieges bleibt.
Frankfurt/Main (dpa) - Nach der ersten Zinserhöhung seit fast drei
Jahren dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) nun abwarten.
Volkswirte rechnen damit, dass die Euro-Währungshüter bei ihrer
geldpolitischen Sitzung an diesem Donnerstag die Leitzinsen
unverändert lassen werden.
Damit bliebe der für Banken und Sparer im Euroraum wichtige
Einlagenzins bei 2,25 Prozent. Eine weitere Anhebung könnte es im
September geben, wenn der Notenbank neue Prognosen zu Inflation und
Konjunktur vorliegen. Denn die Risiken für die Teuerung sind nicht
gebannt, solange der Iran-Krieg weiter schwelt und es keine
dauerhafte Lösung für den Konflikt im Nahen Osten gibt.
Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hatte die Teuerung in den
vergangenen Monaten kräftig nach oben getrieben. Im Juni schwächte
sich der Preisauftrieb ab, die Verbraucherpreise im Euroraum lagen um
2,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats nach 3,2 Prozent
Inflation im Mai.
Die EZB sieht Preisstabilität bei mittelfristig zwei Prozent
Inflation im Euroraum gewahrt. Mit höheren Zinsen kann sie die
Inflation dämpfen, weil dann Kredite teurer werden und die Nachfrage
gebremst wird. Allerdings sind höhere Zinsen zugleich eine Belastung
für alle, die investieren wollen. Hebt die EZB die Zinsen zu stark
an, läuft sie Gefahr, die Wirtschaft abzuwürgen.
