EZB-Präsidentin Lagarde: Gehe nicht vor 2027
23.07.2026 15:39
Immer wieder wird spekuliert, Christine Lagarde könnte ihr Amt als
EZB-Chefin vorzeitig niederlegen. Nun hat sich die Französin dazu
geäußert.
Frankfurt/Main (dpa) - EZB-Präsidentin Christine Lagarde ist erneuten
Spekulationen über einen vorzeitigen Rückzug von der Notenbankspitze
entgegengetreten. Sie werde nicht vor 2027 gehen, sagte Lagarde nach
der Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) in
Frankfurt. «Wenn sich am Horizont Wolken abzeichnen, bleibt der
Kapitän auf dem Schiff. Und es sind Wolken am Horizont zu sehen»,
bekräftigte die Französin.
Lagardes achtjährige Amtszeit als EZB-Präsidentin endet regulär Ende
Oktober 2027. Anfang Juli hatte Lagarde einen vorzeitigen Rücktritt
von ihrem EZB-Amt mit Verweis auf die Präsidentschaftswahlen in ihrem
Heimatland Frankreich nicht ausgeschlossen. «Das ist möglich», sagte
sie der französischen Wirtschaftszeitung «Les Echos» auf die Frage,
ob dies eine Option sei, falls die Unsicherheit nachlasse. «Ich
glaube, dass in der französischen Präsidentschaftsdebatte eine
europäische Stimme zu hören sein muss.»
Bereits im Februar hatte die «Financial Times» berichtet, Lagarde
wolle sich vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April 2027
zurückziehen. Hintergrund sind Sorgen, dass Rechtspopulisten die
Wahlen in der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft gewinnen könnten, was
die Neubesetzung der EZB-Spitze erschweren könnte. Der amtierende
französische Präsident Emmanuel Macron darf nach zwei
aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht erneut antreten. Beobachter
vermuten, dass Macron einen Rücktritt Lagardes favorisiert, damit er
noch Einfluss auf die Neubesetzung der EZB-Spitze nehmen kann.
