Europäer können über Design neuer Euro-Banknoten abstimmen
23.07.2026 16:51
Noch sicherer und mit anderen Motiven: Die Euro-Währungshüter tüfteln
seit einiger Zeit an einer neuen Banknotenserie. Die Bürgerinnen und
Bürger dürfen bei der Gestaltung ein Wörtchen mitreden.
Frankfurt/Main (dpa) - Wie sollen die Euro-Scheine künftig aussehen?
Die Europäische Zentralbank (EZB) präsentiert zehn Entwürfe für die
geplante neue Banknotenserie und befragt nun die Bürgerinnen und
Bürger. Bis zum 21. September können sich Europäerinnen und Europäe
r
an einer Online-Umfrage beteiligen:
https://surveys.ecb.europa.eu/10b/neweuro. Wahrscheinlich Ende 2026
wird der EZB-Rat einen Vorschlag auswählen. Bis die Menschen die
neuen Banknoten in Händen halten, wird dann noch einige Zeit
vergehen.
Euro-Banknoten seien mehr als ein Zahlungsmittel, sagte
EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei der Vorstellung der von
Grafikdesignern gestalteten Vorschläge. Es sei der Notenbank wichtig,
die Stimme des Volkes dazu zu hören: «Die Banknoten gehören Ihnen.»
Der Euro ist gemeinsame Währung von rund 358 Millionen Menschen in 21
Ländern der Europäischen Union.
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel appelliert: «Nutzen Sie die
Gelegenheit, Ihre Meinung einzubringen und die Zukunft des Euro
mitzugestalten.» Je mehr Menschen abstimmten, «desto besser spiegeln
die Euro-Banknoten künftig die Vielfalt und die Werte Europas wider».
Berühmte Persönlichkeiten oder Flüsse und Vögel
In einer Vorauswahl für die Motive der neuen Banknoten hatte die EZB
bereits Anfang vergangenen Jahres zwei Themen festgelegt. Für jedes
liegen nun jeweils fünf Umsetzungsvorschläge vor:
* «Europäische Kultur»: Auf der Vorderseite der Scheine sind
berühmte Europäer wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie und Leonardo
da Vinci verewigt. Die Rückseiten zeigen etwa Darstellungen von
Straßenkünstlern oder einem Sängerfest.
* «Flüsse und Vögel»: Fokus ist in diesem Fall die
«Widerstandskraft und Vielfalt der natürlichen Ökosysteme Europas».
Unter anderem Eisvogel und Weißstorch kommen zu Ehren. Auf der
Rückseite der Scheine werden europäische Institutionen abgebildet,
zum Beispiel das Europäische Parlament, die Europäische Kommission
und die EZB.
Neue Sicherheitsmerkmale in Arbeit
Die EZB hatte Ende 2021 einen Prozess zur Neugestaltung der
Geldscheine angestoßen. Notenbanken entwickeln regelmäßig neue
Banknotenserien, um Kriminellen das Handwerk zu erschweren. «Mit
verbesserten und innovativen Sicherheitsmerkmalen wollen wir den
Fälschern immer einen Schritt voraus sein», sagt Bundesbank-Präsident
Nagel.
Zudem wollen die Euro-Währungshüter die Umweltfolgen der Produktion
verringern: Ziel ist, dass die Scheine länger halten. Ein weiterer
Aspekt: Für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sollen die Banknoten
besser erkennbar sein.
Die ersten Euro-Banknoten wurden am 1. Januar 2002 ausgegeben. Seit
Mai 2019 ist die zweite Generation der Scheine mit neuen
Sicherheitsmerkmalen komplett. Die Motive auf den aktuellen
Euro-Banknoten sind - anders als bei den früheren nationalen
Währungen wie der D-Mark - eher nüchtern: Bauwerke, die es in
Wirklichkeit nicht gibt.
