Neue US-Zölle in Kraft - Auch Einfuhren aus EU betroffen

24.07.2026 06:10

Seine bisherigen globalen Zölle hätte Donald Trump nicht mehr erheben
dürfen - doch er hat einen Weg gefunden, um neue Abgaben zu
begründen.

Washington (dpa) - Die Vereinigten Staaten verhängen ab sofort neue
Zölle gegen 60 Handelspartner, darunter auch auf Waren aus der
Europäischen Union. Das Büro des US-Handelsbeauftragten Jamieson
Greer teilte am Donnerstag mit, dass die Abgaben in Höhe von 10
beziehungsweise 12,5 Prozent ab diesen Freitag 06.01 Uhr deutscher
Zeit erhoben würden. Faktisch ersetzen sie jene temporären globalen
Zölle in Höhe von 10 Prozent, die US-Präsident Donald Trump mit Ende

des gesetzlich erlaubten Zeitrahmens von 150 Tagen nun nicht mehr
erheben darf. 

Für die neuen Zölle stützen sich die USA auf einen anderen Paragrafen

desselben Gesetzes wie vorher. Diesmal lautet die Begründung:
angeblich unzureichende Maßnahmen der Handelspartner gegen
Zwangsarbeit. Die neuen Abgaben betreffen nach US-Angaben 99,4
Prozent aller Importe. Ausgenommen sind demnach unter anderem
Produkte wie Stahl und Aluminium, die bereits bestimmten anderen
Zöllen unterliegen. Auch Öl und Gas seien nicht betroffen, sagte ein
hochrangiger US-Beamter der Deutschen Presse-Agentur. Weitere
Ausnahmen gibt es für Waren, die zuvor bereits auf ein Schiff geladen
wurden.

Je nach Handelspartner hätten Untersuchungen der USA entweder Zölle
in Höhe von 10 oder 12,5 Prozent als «angemessenen Satz» ergeben,
hieß es in der Mitteilung aus Washington. Die Europäische Union wird
darin gemeinsam mit Japan, der Schweiz und anderen Ländern als
Handelspartner genannt, für die beide Sätze aufgeführt werden.