EU-Kommission überweist weitere 1,5 Milliarden an Ägypten

24.07.2026 14:47

Ägypten erhält weiteres Geld aus einem EU-Darlehen. Die Unterstützung

ist an Auflagen geknüpft, die laut EU-Kommission erfüllt sind. Bei
der Kooperation geht es auch um Migrationspolitik.

Brüssel (dpa) - Für die Zusammenarbeit mit Ägypten zahlt die
EU-Kommission weitere 1,5 Milliarden Euro an das nordafrikanische
Land. Das Geld soll Ägypten unter anderem dabei helfen,
wirtschaftliche Probleme durch den Konflikt im Nahen Osten zu
bewältigen, wie die EU-Kommission mitteilt.

Es ist demnach die zweite von drei Zahlungen im Rahmen eines
Darlehens von insgesamt vier Milliarden Euro. Die erste Milliarde
überwies Brüssel im Januar. Kairo hat laut Vereinbarung 35 Jahre
Zeit, das Geld zurückzuzahlen. 

Das von der EU zur Verfügung gestellte Geld ist an Auflagen geknüpft,
die Ägypten erfüllt habe. Dazu gehören wirtschaftspolitische Maßnah
me
sowie glaubwürdige Schritte zu mehr Demokratie und
Rechtsstaatlichkeit. 

Viele Flüchtlinge in Ägypten wollen in die EU

Die Kredite sind Teil einer strategischen Partnerschaft, die die EU
im März 2024 mit Ägypten geschlossen hatte. Angesichts damals
steigender Flüchtlingszahlen wollte man die Zusammenarbeit mit dem
Land erheblich ausbauen.

Ägypten beherbergt nach Angaben der Vereinten Nationen derzeit etwa
eine Million Flüchtlinge aus Krisenländern, die teilweise versuchen,
über das Mittelmeer in die EU zu gelangen. Zudem kommen in Europa
auch immer wieder Ägypter an, die ihre Heimat auf der Suche nach
einer besseren wirtschaftlichen Perspektive verlassen.

Menschenrechtler kritisieren Kooperation

Menschenrechtler hatten die Zusammenarbeit der EU mit Ägypten in der
Vergangenheit verurteilt. Die Unterdrückung kritischer Stimmen unter
dem ägyptischen Präsident Abdel Fattah al-Sisi halte an - daran
ändere auch die Kooperation mit Brüssel kaum etwas, hatten Human
Rights Watch und andere Organisationen kritisiert.