Wie eine EU-Flotte bei den Waldbränden helfen soll
27.07.2026 17:53
Die Brände in Frankreich und Spanien bringen Einsatzkräfte an
Grenzen. Inzwischen ist eine EU-Notfallreserve aktiviert, ein Experte
dämpft aber Hoffnungen - vor allem mit Blick auf Löschflugzeuge.
Brüssel (dpa) - Im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände in Spanien
und Frankreich hat die EU einen Notfallmechanismus aktiviert. Kann er
helfen, eine noch größere Katastrophe zu verhindern? Der aktuelle
Stand im Überblick:
Was die EU tut
Die EU hat ihre Notfallreserve aktiviert und Löschfahrzeuge mit
Personal in die betroffenen Länder gebracht. Insgesamt sieben
Löschflugzeuge und vier Löschhubschrauber würden in Frankreich
eingesetzt, teilte die EU-Kommission mit. Für Spanien seien sechs
Flugzeuge mobilisiert worden. Der Großteil der Luftfahrzeuge ist nach
Angaben der Europäischen Kommission Teil einer EU-Flotte zur
Bekämpfung von Waldbränden.
Wie Brüssel in Notfällen Hilfe koordiniert
Bei Krisensituationen in der EU können andere Mitgliedsländer
zunächst spontan Hilfsangebote machen. Bei katastrophalen Ereignissen
wie den Waldbränden in Frankreich und Spanien reichen die jedoch oft
nicht aus.
Dann können die betroffenen Länder auf einen Pool aus Einsatzmitteln
zurückgreifen, zu dem die Nationalstaaten mit ihren Ressourcen
beitragen und der von der EU-Kommission koordiniert wird. Brüssel
unterstützt den Pool mit Geld und sorgt dafür, dass die Hilfsmittel
auch technisch in allen Ländern eingesetzt werden können.
EU-Flotte mit 22 Flugzeugen als letzte Reserve
Sind auch diese Mittel nicht ausreichend, kommt die EU-Flotte ins
Spiel, die Notfallreserve «RescEU». Insgesamt stehen an verschiedenen
Standorten in Europa 22 Löschflugzeuge und 5 Hubschrauber zur
Verfügung.
Laut dem Bericht des Rechnungshofes wurde diese Hilfe zwischen 2020
und 2024 viermal so oft aktiviert wie im Vergleichszeitraum von 2015
bis 2019. Löschflugzeuge waren zum Beispiel auch schon gegen die
großen Waldbrände in Portugal im September 2024 im Einsatz.
Experte der EU: Auch 50 Löschflugzeuge würden nicht reichen
Dass nicht einfach die gesamte Flotte in Frankreich und Spanien
eingesetzt werden kann, liegt laut zuständigen EU-Beamten auch daran,
dass nicht alle Flugzeuge für alle regionalen Gegebenheiten geeignet
seien. Etwa, weil nicht alle Flugzeuge im Flug Wasser schöpfen können
und zusätzliche Infrastruktur brauchen.
Für einen Waldbrand-Experten der EU erweckten Forderungen zu
Löschflugzeugen und Hubschraubern ohnehin einen falschen Eindruck.
Wenn man vor Ort sei und über 15 Meter hohe Flammen sehe, oder sich
das Feuer mit mehr als vier Kilometern pro Stunde ausbreite, könne
man nichts tun, sagte er. «Man kann nur versuchen, Menschen zu
schützen, nur versuchen, sich selbst zu schützen.» Die EU könne auc
h
50 Löschflugzeuge kaufen, aber das werde niemals ausreichen, betonte
er.
