Brunner zu Ceuta: EU bereit, Spanien zu unterstützen

30.07.2026 23:03

Hunderte Migranten erreichen schwimmend die spanische
Nordafrika-Exklave Ceuta. Nun schaltet sich Brüssel ein - und aus Rom
kommen mahnende Worte.

Brüssel/Rom (dpa) - Die EU hat angesichts des Andrangs von Migranten
in der Exklave Ceuta Spanien Unterstützung angeboten.
Migrationskommissar Magnus Brunner habe «die Bereitschaft der EU zum
Ausdruck gebracht, Spanien - unter anderem über Frontex - verstärkt
zu unterstützen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen», teilte er
auf der Plattform X mit.

Man stehe zudem in Kontakt mit den marokkanischen Behörden, «um
sicherzustellen, dass alle notwendigen Anstrengungen unternommen
werden, um diese gefährlichen Reisen zu verhindern», schrieb Brunner
weiter.

Hintergrund ist die Ankunft von mehr als 1.500 Migranten innerhalb
weniger Tage in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta. Die Menschen
gelangten nach Behördenangaben überwiegend schwimmend in das Gebiet,
das knapp 85.000 Einwohner hat. Unter den Ankömmlingen sind nach
Angaben des staatlichen TV-Senders RTVE viele Minderjährige und
Kinder. Die Aufnahmeeinrichtungen sind nach Darstellung von
Regionalpräsident Juan Jesús Vivas völlig überlastet, Hunderte
Migranten müssten auf den Straßen übernachten. 

Kommissar Brunner schrieb weiter, der Schutz der EU-Außengrenzen sei
«ein wesentlicher Bestandteil unserer Bemühungen zur Bekämpfung der
illegalen Migration». Mit den zuständigen Behörden stehe die EU wegen

der Lage in Ceuta in Kontakt.

Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schrieb auf der
Plattform X, Italien werde «nicht tatenlos zusehen». Man wolle die
zuständigen Gremien einberufen und in der Folge möglicherweise auch
mit außergewöhnlichen Maßnahmen eingreifen, «um die Grenzen und die

Sicherheit der Bürger zu verteidigen, etwa durch die Aussetzung des
Schengen-Raums mit Spanien.» Damit dürften Grenzkontrollen gemeint
sein. Details nannte Meloni nicht. Italien und Spanien haben keine
gemeinsame Grenze.