Untersuchung behindert? Brüssel macht Temu Vorwurf

31.07.2026 14:43

Millionen Europäer shoppen online bei Temu. Die Wettbewerbshüter der
EU prüfen einen Einfluss durch ausländisches Geld. In Irland soll es
dabei Probleme gegeben haben.

Brüssel/Dublin (dpa) - Die EU-Kommission wirft dem chinesischen
Online-Shoppingportal Temu vor, Ermittlungen im Wege zu stehen. Die
Brüsseler Behörde wollte Anfang Dezember 2025 Hinweisen auf
möglicherweise unrechtmäßige staatliche Unterstützung des
Online-Riesen nachgehen, wie sie mitteilte. Dafür wollte sie
unangekündigt bei Temus Eigentümerin PDD und deren
Tochtergesellschaft WhaleCo im irischen Dublin Prüfungen vornehmen. 

Die Unternehmen hätten aber unter anderem bestimmte Geschäftsbücher
und Unterlagen anders als aufgefordert nicht vorgelegt, kritisiert
die Behörde. Sie habe dadurch nicht alles prüfen können. Temu wies
die Vorwürfe zurück. 

«Temu hat vollständig kooperiert und alle Anfragen der Kommission im
Rahmen der Inspektion erfüllt», teilte das Unternehmen mit. «Temu
weist zudem entschieden zurück, ausländische Subventionen erhalten zu
haben, die den Binnenmarkt verzerren.» 

Temu: keine Subventionen für Wettbewerbsvorteil

«Das Unternehmen erwirtschaftet aus der eigenen Geschäftstätigkeit
nachhaltige Cashflows, die ausreichen, um Temus Aktivitäten in der EU
zu finanzieren», hieß es weiter. «Wir sind nicht auf «ausländisch
e
Subventionen» angewiesen, um Wettbewerbsaktivitäten zu finanzieren
oder uns einen Wettbewerbsvorteil im Binnenmarkt zu verschaffen.» 

Das Unternehmen kündigte an, das Schreiben der EU-Kommission
sorgfältig zu analysieren und zu beantworten. Es vertraue darauf,
dass die Behörde ihre Position prüfe. 

Kommt die Kommission endgültig zum Schluss, dass ein Rechtsverstoß
vorliegt, kann sie eine Strafe von bis zu einem Prozent des
Gesamtumsatzes verhängen.

Behörde ermittelt auch zu ursprünglichem Vorwurf

Unabhängig davon untersucht die EU-Kommission weiter, ob Temu
staatliche Gelder bekommen hat, die den europäischen Binnenmarkt
verzerren könnten. Das Online-Shoppingportal wird in der EU nach
Angaben der Behörde vom Konzern PDD über seine Tochtergesellschaft
WhaleCo betrieben. 

Die Brüsseler Behörde verhängte zudem im Mai gegen Temu eine Strafe
in Höhe von 200 Millionen Euro wegen illegaler Produkte auf dem
Online-Marktplatz. Der Anbieter habe mittlerweile 130 Millionen
Kunden in Europa, hieß es damals. In Deutschland zählt er zu den
größten Onlinehändlern.