Moldau warnt vor Verzögerungen bei EU-Beitritt

31.07.2026 13:40

Die Republik Moldau will schnellstmöglich in die EU. Da kommt der
Besuch von Bayerns Ministerpräsident Söder für Präsidentin Sandu
genau richtig. Ihre Hauptbotschaft richtet sich an Brüssel.

Chisinau (dpa) - Moldaus Präsidentin Maia Sandu hat erneut vor
unnötigen Verzögerungen im EU-Beitrittsverfahren ihres Landes
gewarnt. «Wir erwarten keine Abkürzungen und Ausnahmen, sondern ein
leistungsorientiertes Verfahren», sagte sie nach einem Treffen mit
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der moldawischen
Hauptstadt Chisinau laut offizieller Übersetzung. Alle Partner in dem
Verfahren müssten mit der gleichen Entschlossenheit vorangehen, die
Zeit sei dabei aufgrund der geopolitischen Verhältnisse
entscheidender Bedeutung.

Seit Juni 2024 laufen die offiziellen Beitrittsverhandlungen zwischen
der Europäischen Union und der Regierung in Chisinau. Sandu hatte vor
einem Jahr das Ziel ausgegeben, bis 2030 der EU beizutreten. Infolge
des Ukraine-Krieges genießt die Republik Moldau weltweite
Aufmerksamkeit. Das kleine Land erhofft sich von der
EU-Mitgliedschaft mehr Schutz vor einem russischen Einmarsch.
Deutschland sei einer der wichtigsten Partner Moldawiens, betonte
Sandu. Sie bezeichnete ihren Zeitplan «ambitioniert, aber
realistisch».

Söder wünscht sich «schnellstmöglich» eine Entscheidung

Söder hatte bereits vor der Reise betont, er unterstütze die
Beitrittspläne der Republik Moldau und mahnt auch in Chisinau zur
Eile: Es müssten schnellstmöglich Entscheidungen getroffen werden.
Zwar sei die Republik Moldau nicht das größte Land, aber geopolitisch
ein sehr wichtiges Land, sagte er. «Wir glauben, dass Moldau einen
Platz in der EU haben sollte.» Die Moldawier würden hart arbeiten, um
das Verfahren zu bestehen. «Es entwickelt sich eine andere
Gesellschaft, ein anderes Land, das bereit ist für den Weg in die
Europäische Union.»

Sandu warb darum, moldawische Unternehmen mehr in die deutschen
Wertschöpfungsketten zu integrieren. Zudem sei das Land offen für
mehr Engagement bayerischer Unternehmen. Eine engere Kooperation mit
mehr Wertschöpfung könne auch zum Aufbau der Ukraine beitragen. «Wir

wollen ein sicheres und demokratisches Moldau aufbauen.»

Söders Besuch in Chisinau war der erste eines bayerischen
Ministerpräsidenten in der Republik Moldau. Söder ist seit Donnerstag
auf Süd-Osteuropareise und war zunächst in Ungarn und Griechenland zu
politischen Gesprächen zu Gast.