Migranten in Ceuta: Österreich sieht Schengen-Freiheit in Gefahr

31.07.2026 14:42

Tausende Migranten sind in Ceuta angekommen. Die Entwicklung hat
möglicherweise weitreichende Konsequenzen. Dazu könnten laut
Österreichs Kanzler auch Grenzkontrollen zählen.

Wien/Ceuta (dpa) - Österreichs Kanzler Christian Stocker (ÖVP) hat
angesichts der Ankunft Tausender Migranten in der spanischen
Nordafrika-Exklave Ceuta Madrid zu konsequentem Handeln aufgefordert.
«Jetzt ist entscheidend, dass Spanien seiner europäischen
Verantwortung nachkommt und sicherstellt, dass kein einziger
illegaler Migrant auf europäisches Festland gelangt», sagte der
Regierungschef von der konservativen ÖVP. 

Stocker: Im Bedarfsfall temporäre Schließung von Grenzen 

Sollte sich die Lage so entwickeln, «dass wir Druck auf unsere
nationalen Grenzen spüren, werden wir alles unternehmen, um diese zu
schützen - dazu gehören im Bedarfsfall auch temporäre Schließungen

der Schengen-Grenzen», so der Politiker. 

In den vergangenen Tagen waren Schätzungen der regionalen Behörden
zufolge rund 60.000 Migranten von Marokko aus irregulär in die
spanische Nordafrika-Exklave gelangt, die von Marokko und dem
Mittelmeer umschlossen ist.

Der tschechische Regierungschef Andrej Babis fordert eine sofortige
Schließung der offenen Schengen-Grenzen mit Spanien - was er genau
damit meinte, ließ er offen. Frankreich hat bereits angekündigt,
seine Kontrollen an der Grenze zu Spanien zu verstärken. Die Politik
Madrids habe den Vorfall in Ceuta verursacht, sagte der
rechtspopulistische Politiker und Milliardär nach Angaben der Agentur
CTK.