Spanien mahnt EU-Länder: Achtung der Verträge ist Pflicht

31.07.2026 21:39

Wegen der Krise in Ceuta ist Spanien unter Kritik geraten.
Ministerpräsident Pedro Sánchez reagiert.

Madrid (dpa) - Nach Kritik und Gegenmaßnahmen anderer EU-Länder wegen
des Migrantenandrangs in Ceuta hat Spaniens Ministerpräsident Pedro
Sánchez zur Achtung der europäischen Verträge gemahnt. «Solidarit
ät
und Mitgefühl sind freiwillig. Die Achtung der europäischen Verträge

und der Datenlage ist es nicht», schrieb Sánchez auf der Plattform X.
Es sei an der Zeit, an einem starken und geeinten Europa
weiterzubauen - und Europa nicht zu spalten.

Sánchez verwies auf Daten der EU-Grenzschutzbehörde Frontex, denen
zufolge Spanien nicht der wichtigste Zugang für irreguläre Migration
in die EU ist und seit 2021 deutlich niedrigere Zahlen aufweist als
etwa die Mittelmeerroute über Italien, die Westbalkanroute und die
Route über Griechenland. In den vergangenen fünf Jahren gelangten
demnach 478.600 irreguläre Migranten über Italien in die EU. Über
Spanien reisten im Vergleich dazu 234.760 Menschen irregulär ein.

Wie EU-Mitgliedstaaten auf die Krise reagieren

Italien hat nach Angaben der rechten Regierung in Rom das
Schengen-Abkommen über den freien Personenverkehr in der EU gegenüber
Spanien vorübergehend ausgesetzt. Die finnische Innenministerin Mari
Rantanen schrieb auf X, Spanien habe dabei versagt, die Außengrenze
des Schengen-Raums zu schützen.

Bundeskanzler Friedrich Merz forderte die spanische Regierung auf,
die Situation schnellstmöglich wieder in den Griff zu bekommen. «Der
Schutz der Außengrenzen der Europäischen Union ist entscheidend für
die Bekämpfung illegaler Migration», betonte der CDU-Politiker.
Frankreich verschärfte seine Kontrollen an der Grenze zu Spanien.