Lage in Ceuta: Grünen-Politikerin warnt vor EU-Streit
01.08.2026 12:18
Während bei Ceuta noch nach Leichen gesucht wird, kursieren
Erklärungsversuche für den Migranten-Andrang. Die
sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen sieht Parallelen zu
früheren Ereignissen.
Berlin (dpa) - Nach dem Ansturm Zehntausender Migranten auf die
spanische Exklave Ceuta in Nordafrika warnt die Grünen-Politikerin
Sara Nanni vor einem Zerwürfnis innerhalb der Europäischen Union.
«Ein großer Fehler wäre es jetzt, auf diese Situation mit Streit in
der EU zu reagieren. Notwendig ist gemeinsames Handeln, im Rahmen des
europäischen Rechtes», sagte die sicherheitspolitische Sprecherin der
Grünen-Bundestagsfraktion der Deutschen Presse-Agentur.
Sie zeigte sich erschüttert angesichts der 67 Menschen, die den Weg
nach Ceuta nicht überlebten. Die Bundesregierung müsse umgehend und
umfassend über die Hintergründe der Lage informieren und sich
gemeinsam mit den anderen europäischen Ländern beraten, forderte
sie.
Die genauen Hintergründe zu dem plötzlichen Andrang Tausender
Migranten auf Ceuta sind noch unklar. Ein Teil der Erklärung liege
sicher auch in den schwierigen Beziehungen zwischen Spanien und
Marokko, sagte die Grünen-Politikerin. Sie zog auch Parallelen zu
vergangenen Ereignissen, bei denen Migranten als politisches
Druckmittel instrumentalisiert wurden.
«Die Bilder aus Ceuta werfen eine Reihe von gravierenden Fragen auf
und erinnern an die Situation 2021 an der östlichen Außengrenze der
EU», sagte Nanni. «Damals haben Russland und Belarus grausam mit dem
Schicksal geflüchteter Menschen gespielt, sie mit Lügen, falschen
Versprechungen und unter Organisation des Transportes an die
Grenzzäune geschickt und sie dort zum Übertritt gedrängt, um Europa
zu spalten und zu destabilisieren.»
