Treffen der EU-Innenminister zu Ceuta am Dienstag
01.08.2026 18:29
Nach dem Ansturm Zehntausender Migranten auf die spanische Exklave
Ceuta herrscht Unruhe in der EU. Nun sollen die Innenminister die
Lage erörtern.
Dublin/Brüssel (dpa) - Angesichts wachsender Unruhe in der EU nach
dem Ansturm Zehntausender Migranten auf die spanische Exklave Ceuta
in Nordafrika sollen die Innenminister der Mitgliedstaaten am
Dienstag zu Beratungen zusammenkommen. Das teilte der irische
Regierungschef Micheál Martin auf Facebook mit. Sein Land hat derzeit
den EU-Ratsvorsitz inne. Geleitet wird das Treffen demnach von dem
irischen Innenminister Jim O'Callaghan.
Erörtert werden sollen den Angaben zufolge die Entwicklungen in
Ceuta. «Wir stehen weiterhin in engem Kontakt mit allen
EU-Mitgliedstaaten und den Institutionen und beobachten die Lage
weiterhin aufmerksam», so Martin.
50.000 bis 60.000 Menschen hatten es innerhalb kurzer Zeit von
Marokko aus nach Ceuta geschafft, mindestens 67 Menschen kamen bei
dem Versuch ums Leben. Einsatzkräfte suchten das Meer weiter ab.
Nach den Ereignissen in Ceuta hatten mehrere EU-Länder den Druck auf
Spanien erhöht. In einem Brief, den auch Bundeskanzler Friedrich Merz
(CDU) unterzeichnet hat, äußerten 22 der 27 Staats- und
Regierungschefs große Besorgnis über die Lage. Sie warfen Madrid
indirekt vor, den Menschen mit jüngsten Entscheidungen Anreize
gegeben zu haben, den Weg in die EU zu wagen.
Auch Spaniens Ministerpräsident beschwert sich
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez beschwerte sich seinerseits
in einem Brief an Irlands Regierungschef Martin über das Verhalten
einiger Mitgliedstaaten in der Ceuta-Krise. Er erinnerte daran, dass
Ceuta nicht zum Schengen-Raum gehört. Das bedeute, dass die Menschen
von dort aus nicht einfach in andere EU-Länder weiterreisen könnten.
Einen identischen Brief habe auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula
von der Leyen von Sánchez erhalten, berichtete der staatliche
spanische TV-Sender RTVE.
Nach Angaben der spanischen Regierung sind unterdessen fast alle
Migranten nach Marokko zurückgekehrt.
Auch in der zweiten spanischen Exklave in Nordafrika, Melilla,
herrschte zeitweise Alarmbereitschaft. Am Freitagabend und in der
Nacht sollen etwa 1.000 Menschen versucht haben, über die Grenze zu
kommen, wie der staatliche Sender RTVE berichtete. Nur wenigen soll
der Übertritt gelungen sein.
