Wadephul: Schutz der EU-Außengrenzen hat absolute Priorität

02.08.2026 00:03

Nach dem Ansturm Zehntausender Migranten auf die spanische Exklave
Ceuta in Nordafrika herrscht Unruhe in der EU. Außenminister Wadephul
appelliert an die EU-Kommission.

Berlin (dpa) - Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat die
EU-Kommission dazu aufgerufen, dem Schutz der Außengrenzen absolute
Priorität einzuräumen. Nach dem Ansturm Zehntausender Migranten auf
die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika sagte er der «Bild am
Sonntag»: «Die Lage in Ceuta in den vergangenen Tagen war ein
absoluter Stresstest, den wir bestanden haben.» Die Situation habe
aber die Anfälligkeit Europas gezeigt. 

«Ich erwarte daher, dass die EU-Kommission dem Schutz der
Außengrenzen absolute Priorität einräumt, um das Schengen-System
offener EU-Binnengrenzen nicht weiter zu gefährden», sagte er.
Wadephul hob hervor, dass eine effektive Migrationspolitik nicht ohne
die Hilfe von Drittstaaten funktioniere. «Um illegale Migration zu
kontrollieren, brauchen wir Partner außerhalb Europas, wie in diesem
Fall Marokko.» Spanien und Marokko hätten es gemeinsam geschafft,
diese Krise schnell zu lösen - dies begrüße er sehr. 

50.000 bis 60.000 Menschen hatten es innerhalb kurzer Zeit von
Marokko aus nach Ceuta geschafft, mindestens 67 Menschen kamen bei
dem Versuch ums Leben. Einsatzkräfte suchten am Samstag das Meer
weiter ab. Nach Angaben der spanischen Regierung sind fast alle
Migranten nach Marokko zurückgekehrt. Angesichts kaum vorhandener
Aussichten auf eine Weiterreise sowie fehlender Unterkunft und
Versorgung hätten die Menschen enttäuscht und freiwillig die
Rückreise angetreten, berichtete die Zeitung «El País».