Ceuta-Krise: EU-Innenminister beraten über Grenzschutz

03.08.2026 17:30

Streit um Migrationspolitik: Zehntausende erreichen binnen weniger
Stunden die spanische Exklave Ceuta und damit die EU. Zwischen den
Mitgliedsländern entbrennt ein Konflikt. Wie geht es nun weiter?

Brüssel (dpa) - Angesichts der Migrationskrise in der spanischen
Exklave Ceuta mit mindestens 72 Toten beraten die EU-Innenminister an
diesem Dienstagvormittag (10.00 Uhr) über die Konsequenzen. Bei einer
Videokonferenz, an der auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt
(CSU) teilnimmt, soll es auch darum gehen, wie die EU ihre
Außengrenzen besser schützen kann. 

In der vergangenen Woche hatten vorübergehend bis zu 60.000 Menschen
von Marokko aus die spanische Exklave erreicht. Die Mehrheit der
Staats- und Regierungschefs der EU kritisierte daraufhin die
spanische Migrationspolitik. Spaniens Regierung warf den anderen
Mitgliedsländern wiederum vor, die Krise politisch auszuschlachten.
Der weitaus größte Teil der Migranten ist nach Angaben der
Zentralregierung in Madrid inzwischen nach Marokko zurückgekehrt.

Die EU-Kommission rief vor dem Treffen zum Zusammenhalt auf und ist
bemüht, keine Zweifel an dem EU-Migrationssystem aufkommen zu lassen,
das erst vor gut sieben Wochen in Kraft trat. Die Ereignisse der
vergangenen Woche seien ein Härtetest für die Sicherheit der
europäischen Außengrenzen gewesen, den Europa fürs Erste bestanden
habe, sagte EU-Migrationskommissar Magnus Brunner der Deutschen
Presse-Agentur. Niemand sei in den Schengen-Raum gelangt. «Jetzt
kommt es darauf an, dass die EU geeint handelt und die richtigen
Schlüsse aus diesen Ereignissen zieht», sagte der österreichische
Politiker.