EU-Innenminister ziehen Lehren aus Ceuta-Krise

04.08.2026 14:38

Jetzt wieder geeint? Die Migrationskrise in Ceuta mit mehr als 70
Toten entfacht einen heftigen Streit zwischen den EU-Staaten. Die
Innenminister sprechen sich aus und haben Ideen für die Zukunft.

Brüssel (dpa) - Die EU-Staaten wollen nach ihrem Streit über die
Migrationskrise in Ceuta künftig geschlossener auftreten und durch
Frühwarnsysteme besser vorbereitet sein. Die Kommunikation in
Krisenzeiten könne durch zeitnahe Koordinierung weiter gestärkt
werden und sollte kohärenter sein, wie die Mitgliedsländer nach einer
außerplanmäßigen Videokonferenz mitteilten. 

In der vergangenen Woche hatten vorübergehend bis zu 60.000 Menschen
von Marokko aus die spanische Exklave erreicht und damit einen Streit
zwischen den EU-Ländern entfacht. Die Mehrheit der Staats- und
Regierungschefs der EU kritisierte die spanische Migrationspolitik.
Spaniens Regierung warf den anderen Mitgliedsländern wiederum vor,
die Krise politisch auszuschlachten. 

Der weitaus größte Teil der Migranten ist nach Angaben der
Zentralregierung in Madrid inzwischen nach Marokko zurückgekehrt.
Mehr als 70 Menschen starben bei dem Versuch, die EU zu erreichen. 

Nach viel Kritik nun Anerkennung für Spaniens Reaktion 

Die EU-Innenminister hätten die raschen und wirksamen Maßnahmen der
spanischen Behörden zur Bewältigung der Lage in Ceuta gewürdigt, hie
ß
es in der Mitteilung weiter. Sie drückten demnach zudem ihre
Anteilnahme für die Menschen aus, die beim Versuch, die Grenze zu
überqueren, ums Leben gekommen sind. Die EU-Kommission hatte vor dem
Treffen zum Zusammenhalt aufgerufen und ist bemüht, keine Zweifel an
dem EU-Migrationssystem aufkommen zu lassen, das erst vor gut sieben
Wochen in Kraft trat.

EU-Länder wollen soziale Medien besser im Blick haben

Eine wichtige Rolle spielten in der Ceuta-Krise offenbar auch die
sozialen Netzwerke. Zahlreiche Migranten berichteten, sie seien durch
Videos und Nachrichten auf Plattformen wie TikTok auf die angeblich
offene Grenze aufmerksam geworden. Dort habe sich rasch die Hoffnung
verbreitet, in Ceuta würden Unterkünfte bereitstehen und die
Weiterreise aufs spanische Festland winken.

Um auf vergleichbare Situationen künftig besser vorbereitet zu sein,
will die EU daher beliebte soziale Netzwerke aufmerksamer beobachten.
In der Mitteilung nach der Sondersitzung hieß es, um künftig das
gemeinsame Lagebild zu verbessern, könnten Frühwarnsysteme
weiterentwickelt werden etwa durch die Überwachung sozialer Medien.