Franzosen investieren in EU-Stromanbindung von Zypern

05.08.2026 19:25

Mit der Investmentfirma Meridiam beteiligt sich ein erfahrener Akteur
am Projekt Great Sea Interconnector. Zypern soll ans europäische
Stromnetz angebunden werden - und raus aus der Energieisolation.

Athen (dpa) - Die französische Investmentgesellschaft Meridiam wird
sich als Mehrheitsaktionärin am Projekt Great Sea Interconnector
(GSI) beteiligen, das den Bau einer Unterwasser-Stromverbindung
zwischen Zypern und Griechenland vorantreibt. Ein entsprechender
Vertrag wurde am Mittwochnachmittag in der griechischen Hauptstadt
Athen im Amtssitz von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis
unterschrieben, berichtete die griechische Nachrichtenagentur
ANA-MPA. 

«Wir bündeln unsere Kräfte für ein europäisches Projekt von
gemeinsamem Interesse», sagte Mitsotakis. Die Stromverbindung werde
die Energieisolation Zyperns beenden und die Energiesicherheit im
östlichen Mittelmeerraum sowie die Widerstandsfähigkeit Europas im
Energiesektor stärken.

Nach bisherigen Angaben liegen die Kosten des Projekts bei rund 1,9
Milliarden Euro. Die EU-Kommission hat dafür 657 Millionen Euro
bewilligt. Zypern ist der einzige EU-Staat ohne Anbindung ans
europäische Stromnetz. In einem späteren Schritt soll die
Unterwasser-Verbindung zwischen Zypern und Israel erfolgen.
Innergriechisch wurde bereits im Mai 2025 ein Stromkabel zwischen
Kreta und dem griechischen Festland verlegt.

Meridiam hat Erfahrung in diesem Bereich. Der französische Konzern
ist auf langfristige Infrastrukturinvestitionen spezialisiert und
beteiligt sich bereits an großen Energieprojekten in Europa, unter
anderem an der rund 700 Kilometer langen Unterwasser-Stromverbindung
zwischen Großbritannien und Deutschland, die 2028 in Betrieb gehen
soll.