Spanien: Zeitweise waren 80.000 Migranten in Ceuta

10.08.2026 15:36

Etwa eineinhalb Wochen nach dem Ansturm Zehntausender Migranten auf
Ceuta normalisiert sich die Lage in der spanischen Nordafrika-Exklave
langsam. Nun gibt es neue Zahlen.

Madrid (dpa) - Rund 80.000 Menschen sind nach einer neuen Schätzung
der spanischen Regierung beim Migrantenansturm Ende Juli irregulär
nach Ceuta gelangt. Dies sagte der Minister für Territorialpolitik,
Ángel Víctor Torres, bei einem Besuch in der spanischen
Nordafrika-Exklave. Zuvor hatte die letzte Schätzung der
linksgerichteten Regierung in Madrid bei 72.000 gelegen. 

Der beispiellose Ansturm ereignete sich vor allem am 30. Juli. Die
meisten Migranten seien bereits innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach
Marokko zurückgekehrt, sagte Torres. 

Die Angaben zur Zahl der Ankömmlinge waren zuletzt stark voneinander
abgewichen. Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas hatte zeitweise
von bis zu 80.000 Menschen gesprochen, während Marokko die Zahl der
Ankünfte mit rund 40.000 angegeben hatte. Die offizielle Zahl der
Todesopfer kletterte unterdessen von 82 auf 83.

Der Ansturm löste eine Debatte über den Schutz der Außengrenzen der
EU und die Verantwortung Spaniens aus. In Ceuta selbst gingen am
Sonntagabend nach Polizeischätzung rund 5.000 Menschen auf die
Straße, um von der Regierung mehr Unterstützung und einen besseren
Grenzschutz zu fordern.