EU: Mehr Faktenchecks bei TikTok und Meta nach Ceuta-Krise

11.08.2026 16:15

Zehntausende Menschen dringen in eine spanische Exklave ein und lösen
eine Krise aus. Online-Riesen tragen Mitschuld, findet die
EU-Kommission. Nun sollen Faktenchecker aushelfen.

Brüssel (dpa) - TikTok und der Facebook-Konzern Meta sollen nach
Angaben der EU-Kommission künftig mehr mit Faktencheckern
zusammenarbeiten, um eine Migrationskrise wie in Ceuta zu verhindern.
Ein nun eingeführter freiwilliger Krisenmechanismus soll den
Plattformen bessere Informationen durch die externen Hinweisgeber
liefern, wie die EU-Kommission mitteilte. «Die Faktenchecker können
schädliche Desinformation melden, die sich beispielsweise auf eine
mögliche neue massenhafte Grenzüberquerung bezieht», sagte ein
Sprecher. 

Ende Juli hatten Zehntausende Menschen von Marokko aus die Grenze zu
Ceuta überwunden und mit ihrem Ansturm auf die kleine Stadt in
Nordafrika einen politischen Streit über den Schutz der
EU-Außengrenzen ausgelöst. Eine wichtige Rolle spielten offenbar auch
soziale Netzwerke: Zahlreiche Migranten berichteten, Videos und
Nachrichten auf Plattformen wie TikTok hätten suggeriert, dass die
normalerweise streng gesicherte Grenze plötzlich offen sei. Rasch
habe sich die Hoffnung verbreitet, in Ceuta würden Unterkünfte
bereitstehen und Weiterreisen aufs spanische Festland winken.

Faktenchecker sollen sich vor Ort auskennen 

Die EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen hatte den Plattformen
indirekt eine Mitschuld an der Situation in Ceuta gegeben und am
Montagabend dann die verstärkte Kooperation der Online-Riesen mit den
Prüfern, ohne Details zu nennen, auf X angekündigt. Der Sprecher
sagte nun, die EU-Kommission koordiniere den Mechanismus. Demnach
sollen besonders Faktenchecker mit Wissen über die Situation vor Ort
zum Einsatz kommen und TikTok sowie Facebook und Instagram helfen. 

Das EU-Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA)
verpflichtet die Online-Riesen bereits dazu, Vorkehrungen zu treffen,
um möglichen Gefahren durch die Inhalte auf ihren Plattformen
vorzubeugen. Allerdings gelten diese Regeln nur für die Inhalte, die
Menschen in der EU angezeigt werden. 

TikTok teilte auf Anfrage mit, als Reaktion auf die sich entwickelnde
Lage in Ceuta habe man bereits im Rahmen eines bewährten Prozesses
zur Bewältigung von Krisensituationen eine spezielle Taskforce
mobilisiert.