Riesiges Untersee-Stromkabel im Mittelmeer kommt voran

13.08.2026 12:24

Das Stromnetz von Griechenland, Zypern und Israel soll erstmals
verbunden werden. Die EU unterstützt das Projekt mit
Millionenförderung.

Athen (dpa) - Das geplante gigantische Unterseekabel zur Verbindung
der Stromnetze von Griechenland, Zypern und Israel kommt einen
weiteren Schritt voran. Der griechische Netzbetreiber ADMIE hat den
Investitionsantrag für den Abschnitt zwischen Zypern und Israel bei
den zuständigen Regulierungsbehörden beider Länder eingereicht. Dies

teilte der Netzbetreiber in Athen mit.

Der sogenannte Great Sea Interconnector (GSI) ist eine rund 1.200
Kilometer lange Stromverbindung unter dem Mittelmeer. Sie soll
Griechenland über Kreta mit Zypern und anschließend Zypern mit Israel
verbinden. Ziel ist es, Zypern und Israel erstmals an das europäische
Stromnetz anzuschließen.

324 Kilometer bis nach Israel

Der jetzt eingereichte Antrag betrifft den Abschnitt Zypern-Israel.
Das geplante Unterseekabel soll rund 324 Kilometer lang sein und
zunächst eine Übertragungskapazität von 1.000 Megawatt haben, teilte

der griechische Netzbetreiber weiter mit.

EU unterstützt strategisches Energieprojekt

Nach bisherigen Angaben liegen die Kosten des Projekts bei rund 1,9
Milliarden Euro. Auch die Europäische Union sieht das GSI als
strategisches europäisches Energieprojekt. Für den bereits geplanten
Abschnitt Griechenland-Zypern hat die EU 657 Millionen Euro aus der
Connecting Europe Facility (CEF) bereitgestellt.

Der neue Schritt folgt auf den Einstieg der französischen
Infrastruktur-Investmentgesellschaft Meridiam, die vergangene Woche
Mehrheitsaktionär der GSI-Projektgesellschaft geworden ist. Damit
erhält das seit Jahren verzögerte Projekt zusätzlichen finanziellen
Rückenwind.

Auch geopolitisch von Bedeutung

Auch politisch gewinnt der GSI an Bedeutung. Griechenland, Zypern und
Israel sehen in der Stromverbindung nicht nur ein Energieprojekt,
sondern auch ein strategisches Infrastrukturprojekt im östlichen
Mittelmeer. Zuletzt hatten sich auch US-Abgeordnete für eine stärkere
Unterstützung des Projekts ausgesprochen, berichteten griechische
Medien.