Estland: Grenzübergänge zu Russland bleiben nur noch tagsüber offen

13.08.2026 17:12

Estland verstärkt den Schutz seiner Grenze zu Russland - und hält die
Grenzübergänge in den Nachtstunden nun geschlossen.

Tallinn (dpa) - Estland beschränkt aus Sicherheitsgründen den Betrieb

der Grenzübergänge zu Russland. Die Regierung des baltischen EU- und

Nato-Landes entschied in der Hauptstadt Tallinn, den Betrieb an den
Kontrollpunkten Narva, Luhamaa und Koidula in den Nachtstunden auf
unbeschränkte Zeit auszusetzen. Tagsüber sollen die Grenzübergäng
e
weiterhin zwölf Stunden lang von 7.00 bis 19.00 Uhr geöffnet bleiben.
Dieselben Öffnungszeiten werden auch für die Bahngrenzübergänge
gelten.

Die Regierung verlängerte damit eine seit dem Frühjahr geltende
Regelung, die zunächst bis Ende August gelten sollte. Die
Entscheidung sei «im weiteren Kontext» der Beziehungen zwischen
Russland und der EU getroffen worden, deren Ton durch Russlands
Angriffskrieg gegen die Ukraine vorgegeben werde, hieß es in der
Mitteilung des Innenministeriums. 

Weniger Grenzübertritte

«Ziel der Einschränkung war es, die Grenzsicherheit und unsere
Reaktionsfähigkeit bei Grenzvorfällen zu erhöhen sowie die
Zollkontrollen zu verbessern. An diesen Erfordernissen hat sich
nichts geändert», sagte Innenminister Igor Taro. Durch die nächtliche

Schließung der Übergänge könnte Personal effizienter eingesetzt
werden. 

Den Angaben zufolge ist die Zahl der Grenzübertritte zuletzt
zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2026 überquerten demnach rund
444.000 Menschen in Narva, Luhamaa und Koidula die Grenze - 13
Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der
abgefertigten Fahrzeuge sei um fast 20 Prozent gesunken. 

Keine Gründe für komplette Grenzschließung

Der Innenminister erklärte in der Mitteilung zugleich, warum Estland
- anders als etwa Finnland - seine Grenze zu Russland nicht
vollständig schließe. Dafür müsse ein klarer Sicherheitsbedarf
vorliegen, der durch eine Gefährdungsanalyse bestätigt werde.
«Gegenwärtig existiert keine solche Gefährdungsanalyse», sagte der

Minister.