Handel fürchtet «Durcheinander» durch neue Verpackungsregeln
14.08.2026 04:15
Die neuen EU-Verpackungsregeln sollen die Umwelt entlasten. Doch in
der Wirtschaft gibt es Befürchtungen.
Berlin (dpa) - Der Handel fürchtet Verwirrung durch die in dieser
Woche in Kraft getretene EU-Verpackungsverordnung. Man unterstütze
deren Ziele, sagte Antje Gerstein, Geschäftsführerin Nachhaltigkeit
beim Handelsverband Deutschland (HDE), der Deutschen Presse-Agentur
in Berlin. «In der Praxis darf sie aber nicht dazu führen, dass
Unternehmen durch unterschiedliche Registrierungs-, Melde- und
Bevollmächtigtenpflichten in den einzelnen Mitgliedstaaten
unverhältnismäßig belastet werden.»
Wer in mehrere EU-Mitgliedsländer verkaufen will, muss sich künftig
dort jeweils einzeln registrieren und einen Bevollmächtigten
benennen. Das schreibt die seit Mittwoch geltende neue
EU-Verpackungsverordnung (PPWR) vor.
«Gerade, weil die PPWR in zahlreichen Mitgliedstaaten weit von einer
nationalen Umsetzung entfernt ist, bahnt sich jetzt im EU-Binnenmarkt
ein großes Durcheinander an», fürchtet Gerstein. Deshalb habe der HDE
bereits vor Monaten eine Verschiebung gefordert. «Die EU-Kommission
ist in der Pflicht, zügig so nachzubessern, dass die bürokratischen
Belastungen für die Unternehmen nicht ausufern.»
