Grüne: Reiche zerstört Geschäftsmodelle der Zukunft

14.08.2026 15:35

Die EU-Kommission will ein zentrales Klimaschutz-Instrument
abschwächen. Wirtschaftsministerin Reiche findet das prinzipiell
richtig. Ein riskanter Kurs, meinen die Grünen.

Berlin (dpa) - Die Grünen werfen Wirtschaftsministerin Katherina
Reiche vor, Unternehmen beim Klimaschutz aktiv auszubremsen. «Sie
zerstört Geschäftsmodelle der Zukunft», sagte Fraktionsvize Andreas
Audretsch der Deutschen Presse-Agentur. «Katherina Reiche fällt den
Unternehmen, die in neue Technologien investiert haben, in den
Rücken.»

Die CDU-Politikerin Reiche unterstützt prinzipiell Vorschläge der
EU-Kommission zur Abschwächung des Emissionshandels. Dabei hätten
sich große Unternehmen wie die Salzgitter AG, Heidelberg Materials,
Saarstahl, SAP und andere für einen starken Emissionshandel
ausgesprochen, sagte Audretsch. «Sie alle haben in neue Technologien
investiert, sie alle wollen die neuen Märkte erobern - ihnen allen
wirft die Ministerin Felsbrocken in den Weg, sie werden aktiv
ausgebremst und blockiert», kritisierte der Grünen-Politiker.

Der Emissionshandel ist das zentrale Klimaschutzinstrument der EU auf
dem Weg zur Klimaneutralität 2050. Dabei müssen Firmen Rechte zum
Ausstoß klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid (CO2) nachweisen. Nach
Bedarf können sie damit handeln, was in energieintensiven Branchen
als Anreiz dienen soll, Treibhausgase einzusparen. Über die Jahre
sinkt die Zahl der verfügbaren Zertifikate - das soll auf effiziente
Art zu mehr Klimaschutz führen. Die EU-Kommission hat unter anderem
vorgeschlagen, dass die Zahl der Zertifikate langsamer abnehmen soll
als bisher geplant.