EU-Außenbeauftragte will Russland-Sanktionen ausweiten
17.08.2026 08:59
Drohen Russland neue EU-Sanktionen? Außenbeauftragte Kaja Kallas
spricht von «systematischem Terror» gegen ukrainische Zivilisten -
und will den Druck auf Moskau weiter erhöhen.
Brüssel (dpa) - Die EU will die Russland-Sanktionen ausweiten und
damit den Druck auf Moskau wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine
weiter erhöhen. Im Herbst werde sie «die weitreichendste
Sanktionsliste seit Beginn des Krieges» vorlegen, sagte
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas der «Welt». Sollte der Vorschlag
beschlossen werden, werde sich die Zahl der sanktionierten russischen
Personen, Unternehmen und Organisationen um ein Drittel erhöhen.
«Der Druck muss verstärkt werden, bis Russland den Krieg beendet»,
sagte Kallas der Zeitung weiter. Die bisherigen EU-Sanktionen hätten
Russlands Kriegsmaschinerie schon mehr als eine Billion Euro
gekostet. Sie hoffe auch, dass Europa und die USA beim Thema
Sanktionen weiter zusammenrückten, sagte Kallas.
Kallas: «Systematischer Terror» gegen Zivilisten
Da Moskau auf dem Schlachtfeld nicht gewinne, richte es seine Raketen
zunehmend gegen ukrainische Zivilisten und Infrastruktur. Das sei
«systematischer Terror», sagte Kallas. Mit seinen Angriffen auf mit
Getreide beladene Schiffe im Schwarzen Meer gefährde Russland zudem
die globale Nahrungsversorgung. «Wir dürfen nicht zulassen, dass
Putin damit Erfolg hat», sagte Kallas.
Die EU hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022
insgesamt 21 Sanktionspakete gegen Russland beschlossen - das letzte
Ende Juli. Dieses sieht unter anderem weitere Maßnahmen gegen den
russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für
russische Soldaten vor.
