Apple nimmt nach EU-Strafe Änderungen im App-Store vor

18.08.2026 18:06

500 Millionen Euro Strafe brummte die EU-Kommission Apple 2025 auf.
Brüssel will den US-Konzern zu mehr Offenheit beim Vertrieb seiner
Apps zwingen - das könnte auch für Nutzer Folgen haben.

Brüssel/Cupertino (dpa) - Apple nimmt nach dem Druck der EU von
Oktober an Änderungen am App-Store vor. Nutzer in der EU sollen
dadurch künftig mehr Wahlfreiheit beim Herunterladen und Bezahlen von
Apps haben, wie aus Mitteilungen des US-Konzerns und der
EU-Kommission hervorgeht.

Kern der Neuerungen: Entwickler von Apps, die mit Apple kompatibel
sind, sollen künftig freier entscheiden können, wie sie ihre
Programme vertreiben und wie Nutzer dafür bezahlen. Die Software soll
neben dem App-Store also auch einfacher über Internetseiten oder
Online-Marktplätze von Drittanbietern heruntergeladen werden können.
Bisher hielt der Tech-Riese Entwickler nach Ansicht der Brüsseler
Wettbewerbshüter mit Gebühren davon ab, solche alternativen
Vertriebskanäle zu nutzen.

EU-Gesetz soll fairen Wettbewerb sicherstellen 

Die Brüsseler Behörde kündigte an, die tatsächliche Umsetzung der
neuen Bedingungen genau zu beobachten. Sie hatte im April 2025 wegen
Verstößen gegen das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Ac
t,
kurz DMA) eine Strafe von 500 Millionen Euro gegen Apple verhängt. 

Apple gilt nach den EU-Regeln als sogenannter Torwächter
(Gatekeeper), stellt also mit seinen Angeboten ein wichtiges
Zugangstor zu Verbraucherinnen und Verbrauchern dar. Nach dem DMA
müssen Unternehmen wie Alphabet, Amazon oder eben Apple sich deshalb
an besondere Pflichten halten, um einen fairen Wettbewerb auf
digitalen Märkten sicherzustellen. Hintergrund ist die Befürchtung,
dass manche große Plattform-Betreiber so mächtig geworden sind, dass
sie ihre Marktposition zementieren könnten.