Millionen für Vereine aus EU-Mitteln
21.08.2026 04:30
Die EU wirkt für viele Menschen weit weg. Doch von europäischem Geld
profitieren in Thüringen Vereine auf vielfältige Weise - unter
anderem sind damit etwa Toiletten und Spielplätze saniert worden.
Erfurt (dpa/th) - Zahlreiche Thüringer Vereine in den ländlichen
Regionen haben in den vergangenen Jahren Geld der Europäischen Union
bekommen. Seit 2023 seien insgesamt 330 Vereine, Gemeindehäuser und
ähnliche soziale Strukturen oder Einrichtungen in 177 Orten über das
sogenannte Leader-Programm der EU gefördert worden, heißt es in der
Antwort des Thüringer Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage
der Linke-Fraktion im Landtag. Auf diese Weise seien etwa 7,6
Millionen Euro in den Freistaat geflossen.
Von den damit möglichen Investitionen würden aber nicht nur die
Menschen auf dem Land profitieren, schreibt das Ministerium in einer
anderen Antwort an die Linke-Fraktion zu diesem Themenkomplex. Von
diesen Förderungen hätten «potenziell alle Thüringer» etwas.
Menschen, die in den größeren Städten leben, würden von attraktiven
ländlichen Regionen etwa als Naherholungsgebiete profitieren.
Grundsätzlich trage das Leader-Programm «in vielerlei Hinsicht zur
Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse bei.»
Programm zur Förderung in ländlichen Regionen
Beim Leader-Programm handelt es sich um ein Programm der EU, mit dem
Strukturen in ländlichen Regionen gefördert werden. Es gehört schon
seit mehreren Jahrzehnten zu den wichtigsten europäischen
Förderprogrammen für Thüringen und andere ländliche Regionen in
Deutschland, im Osten ebenso wie im Westen der Republik. Die aktuelle
Förderperiode dieses Programms läuft seit 2023 und noch bis 2027.
Damit können oft Ausgaben finanziert werden, für die die Akteure
anderweitig kaum Geld hätten aufbringen können.
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums sind die EU-Gelder in der
laufenden Förderperiode für eine Vielzahl unterschiedlicher
Sanierungen oder Anschaffungen genutzt worden - einige davon im
vierstelligen, viele aber sogar im fünfstelligen Euro-Bereich. So
wurde über das Programm etwa ein Zuschuss von etwa 2.100 Euro
gewährt, damit ein Kleingartenverein in der Stadt Heringen/Helme im
Landkreis Nordhausen das Dach einer Toilette sanieren konnte. In
Großbreitenbach im Ilmkreis ist mit etwa 3.700 Euro eine Sitzgruppe
an einem Feuerlöschteich gefördert worden.
Auch Kommunen können Geld bekommen
Deutlich größer waren etwa die Zuschüsse an zwei Vereine in
Hildburghausen und Schmölln. In Hildburghausen wurden einem Verein
50.000 Euro bewilligt, damit dort ein Co-Working-Space entstehen
kann. In Schmölln gab es aus dem Programm einen Zuschuss von fast
65.000 Euro zur Anschaffung eines Fahrstuhls.
Auch manche Kommunen haben in der laufenden Förderperiode den Angaben
nach Leader-Geld bekommen, um Angebote für die Menschen vor Ort
verbessern zu können. Damit wurden Begegnungsstätten unterstützt,
Spielplätze saniert oder Jugendclubs ausgebaut.
